Bundeskartellamt: Facebook darf Daten nicht mehr ungefragt sammeln

D.Lehmann

Nach dreijähriger Prüfung kommt das Bundeskartellamt zu dem Schluss: Facebook muss sein Geschäftsmodell ändern. Verboten ist ab sofort, Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen - es sei denn, die Nutzer*innen stimmen dem explizit zu. Dazu zählen nicht nur die Dienste WhatsApp und Instagram, sondern auch Informationen von Drittanbietern. Dass dies bislang möglich war, sei ein ausschlaggebender Punkt für die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens gewesen. Der US-Konzern hat nun ein Jahr Zeit, um das System entsprechend umzustellen, heißt es. In vier Monaten soll ein Konzept dafür vorliegen. Allerdings kündigte Facebook bereits eine Beschwerde an.

"Wegweisende Entscheidung"

Verbraucherschützer reagierten überwiegend positiv auf die Entscheidung. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sprach von einer "wegweisenden Entscheidung". Der Branchenverband Bitkom äußerte sich hingegen kritisch zum Vorgang: "Einmal mehr wird der Versuch, eine große Plattform zu regulieren, vor allem negative Auswirkungen auf andere, kleinere Unternehmen, Verlage, Blogger und die Internet-Nutzer haben." Kartellamtschef Andreas Mundt ist dennoch überzeugt: "Der Verbraucher kann in Zukunft verhindern, dass Facebook seine Daten ohne Beschränkung sammelt und verwertet."

 

Zur Meldung des Bundeskartellamts --> Link
Meinung: Markus Böhm (Spiegel Online) - "Für die Nutzer bleibt es lästig"
Meinung: Jannis Brühl (Süddeutsche Zeitung) - "Information ist Macht - und Macht lässt sich missbrauchen"