Digitalisierungs-Studie D21: Mehr Kompetenzen, aber noch viel Potential

D.Lehmann

Seit 2013 ermittelt der D21-Digital-Index jährlich das Internetnutzungsverhalten in der Bundesrepublik Deutschland. Für die Erhebung 2018/2019 wurden 20.406 Befragungen durchgeführt. Die Studie gilt damit weiterhin als umfangreichste und aussagekräftigste Erhebung zum Lagebild der digitalen Gesellschaft. Wir haben drei wesentliche Punkte daraus zusammengefasst:

 

Seniorinnen und Senioren werden zunehmend digitaler

Der größte Anstieg bei der Internetnutzung konnte erwartungsgemäß in den Altersgruppen ab 50 Jahren festgestellt werden. So gaben beispielsweise 79 Prozent der Befragten im Alter von 60 bis 69 an, das Internet wenigstens gelegentlich zu nutzen - ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung. Jüngere Nutzerinnen und Nutzer stagnieren, dies allerdings nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

Hamburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sind übrigens die Spitzenreiter bei der generellen Internetnutzung. 87 Prozent der Befragten gaben dort an, das Internet „zumindest ab und zu zu nutzen“. Brandenburg (78%), Sachsen-Anhalt (76%) und Thüringen (73%) liegen auf den hinteren Plätzen. Spannend ist zudem die Entwicklung beim mobilen Zugang über Smartphones. Hier konnte in allen Gruppen ein teilweise deutlicher Zuwachs festgestellt werden (60-69: +8% auf jetzt 55%).

 

"Offliner" möchten Unterstützung

Trotzdem sind immer noch rund zehn Millionen Menschen in Deutschland ganz bewusst offline, drei Viertel davon sind 65 Jahre und älter. „Habe generell kein Interesse am Internet“ und „Ist mir zu kompliziert“ sind dabei die meistgenannten Gründe. Datenschutzbedenken folgen erst auf Platz sieben.

Die „Offliner“ – oder auch „digital Abseitsstehende“, wie es in der Studie heißt, können sich aber vorstellen das Internet zu nutzen, wenn sie einen klaren Mehrgewinn darin erkennen würden und ihnen jemand zeigen würde, wie es funktioniert. Ein klares Zeichen auch für uns, dass die Zusammenarbeit mit Mehrgenerationenhäusern, Volkshochschulen, Senioren-Computer-Clubs und anderen Initiativen im Rahmen unserer „Digitalen Stammtische“ sinnvoll und wichtig ist. Zusätzlich bieten die Materialien in der Fundgrube für Multiplikatoren eine Fülle an praxisnahen Themen, um ältere "Offliner" für die Chancen der Internetnutzung zu begeistern.

 

WhatsApp beliebt, Potential von Gesundheits-Apps noch unausgeschöpft

Im Internet surfen heißt für drei von vier Personen unter anderem über eine Suchmaschine nach Informationen suchen. Doch auch Instant-Messaging-Dienste gehören zu den häufigsten Anwendungen. Bei den über 65-Jährigen nutzt bereits jeder Fünfte WhatsApp. Streaming-Dienste wie Spotify oder Netflix sind bei den älteren Befragungsgruppen hingegen deutlich unbeliebter (nur zwei Prozent bei 65+).

Viel Luft nach oben gibt es zudem noch bei E-Health, Gesundheits- und Fitnessanwendungen. Dabei sind deren Möglichkeiten jetzt schon enorm, von der Diagnose bis hin zur Vorsorge (Lese-Tipp aus dem Blog: "Schöne, neue Gesundheitswelt").  

 

Die komplette Studie können Sie hier einsehen und bei Bedarf herunterladen - Link zum PDF