D.Lehmann
Stilisierte Deutschlandflagge mit Wahlkreuz
Quelle
Tim Reckmann via Flickr (CC BY 2.0)

Mit der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag entscheidet sich, wer nach 16 Jahren die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel antritt. Wer sich knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl (26. September) dabei nach wie vor nicht sicher ist, wie man seine Erst- und Zweitstimme verteilen möchte, kann auf diverse digitale „Wahlhelferlein“ zugreifen. Die bekanntesten davon stellen wir hier kurz vor.

Wahl-O-Mat: Seit 2002 betreibt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) den Wahl-O-Mat, eine Entscheidungshilfe zu anstehenden Europa-, Bundestags und Landtagswahlen. Parteien, die mit einer Landesliste zur Wahl antreten, werden vorab gebeten 38 Fragen zu bestimmten Thesen und Themen zu beantworten. Nutzer:innen der Webseite können diese Fragen dann ebenfalls mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ beantworten (oder auch überspringen). Am Ende werden Ihre Standpunkte mit denen der Parteien verglichen und die Übereinstimmungen angezeigt. Der Wahl-O-Mat richtete sich ursprünglich eher an eine jüngere Zielgruppe, wird mittlerweile aber durch alle Bevölkerungsschichten hindurch als Orientierungsangebot genutzt.

Wahltraut: Als Wahlberaterin „für einen gleichberechtigten Bundestag“ positioniert sich das Webangebot Wahltraut. Nach eigenen Angaben funktioniere es genauso wie der Wahl-O-Mat, fokussiert sich allerdings auf feministische und gleichstellungspolitische Themen. Auf der Seite können 32 Fragen nach dem bekannten Wahl-O-Mat-Schema beantwortet werden. Die Initiative versteht sich als konsequenten nächsten Schritt nach der Kampagne #stattblumen, die im Frühjahr 2020 „die stukturelle Benachteiligungen von Frauen innerhalb der Corona-Situation aufgezeigt und angeprangert“ hat.

Klimawahlcheck: Ein weiteres Informations- und Orientierungsangebot mit Schwerpunktthema ist die Seite Klimawahlcheck. Sie hebt die Bedeutsamkeit der Wahl für den künftigen Klimaschutz hervor und zeigt auf, welche Parteien in Bereichen wie Energie, Mobilität, Klimagerechtigkeit und Klimaziele welche Ziele verfolgen. Die Betreiber:innen des Angebots nehmen dabei bewusst keine neutrale Position ein, um aufzuzeigen, welches Wahlprogramm dem wirksamen Klimaschutz am nächsten kommt. Berücksichtigt wurden nur die fünf „großen“ Parteien, da die nächste Bundesregierung wohl nur aus diesen gebildet werde.

Wahl-Kompass: Ein Angebot der Universität Münster ist der Wahl-Kompass. Wer mag, kann persönliche Informationen als „Datenspende“ abgeben, bevor 30 Thesen ausgewertet werden, die die Übereinstimmung mit bestimmten Parteien aufzeigen. Im Unterschied zum Wahl-O-Mat hat man hierbei gleich sechs Antwortmöglichkeiten, sodass man beispielsweise auch mit „stimme vollkommen zu“ statt nur mit „stimme zu“ antworten kann. Der Wahl-Kompass umfasst Antworten von zwölf Parteien (darunter die sechs im Bundestag vertretenen).  

DeinWal: Auf den ersten Blick ähnelt auch DeinWal dem Wahl-O-Mat. Das Konzept unterscheidet sich allerdings insofern, dass nicht die Inhalte des aktuellen Wahlprogramms zählen, sondern das Abstimmungsverhalten der laufenden Legislaturperiode 2017-2021 „nachgespielt“ werden kann. 25 Fragen der Macher:innen stehen zur Auswahl, die Antworten der Parteien wurden aus den realen Abstimmungen abgeleitet. Demnach können aber auch nur Parteien geprüft werden, die bereits im Bundestag sitzen, kleinere Parteien bleiben außen vor.

Wer sich selbst über alle veröffentlichten Wahlprogramme der Parteien informieren möchte, kann dies hier tun: https://www.bundestagswahl-2021.de/wahlprogramme/

Weitere Angebote:
Agrar-O-Mat
Sozial-O-Mat
WahlSwiper
Wahltest