Staffel 1, Folge 11Digitale Teilhabe – auch wenn das Geld fehlt
- Beteiligt: Greta Schabram (Paritätischer Gesamtverband) und Nadja Ullrich (Aktion Mensch e.V.)
- Erschienen am: 17 Okt. 2024
Über die Folge
In der elften Folge des Digital-Kompass Podcasts geht es um digitale Teilhabe und Armut. Nach Angaben des Statistischem Bundesamtes leben 21,3 Prozent aller Menschen in Deutschland in Armut. Im ersten Teil spricht Greta Schabram vom Paritätischen Gesamtverband über Armut und digitale Teilhabe, im zweiten Teil des Podcasts schildert Nadja Ullrich von der Aktion Mensch e.V. die strukturellen Herausforderungen, die bei Behinderung und Armut entstehen können.
Digitale Teilhabe – auch wenn das Geld fehlt

Transkript zum nachlesen
00:00:00.017
Ja, digitale Teilhabe ist wichtig, aber was eigentlich noch wichtiger ist,
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das haben es auch die Menschen in der Studie damals gesagt, das ist eigentlich
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Wertschätzung und Anerkennung von Menschen mit Behinderung als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft.
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Denn wenn die Inklusion auf der realen, analogen Ebene nicht funktioniert,
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dann funktioniert sie auch im virtuellen Raum nicht.
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Also das eine ist eben, dass man Digitalisierung nicht nur voraussetzt,
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sondern auch am Ende der Staat Geld dafür in die Hand geben muss,
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dass wir insofern digitalisierte BürgerInnen will und es beim Zugang zu einfachsten
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Dingen notwendig wird oder immer öfter notwendig wird, dass man da natürlich
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für die Voraussetzungen setzen muss.
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Das heißt, der Sozialstaat muss dafür sorgen, dass es auch Anlaufstellen gibt,
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dass es kostenfreie Angebote gibt, um sich eben entsprechende Fähigkeiten dann
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auch anzueignen und so weiter.
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Also ganz klar, die Vermittlung digitaler Kompetenzen muss staatliche Aufgabe
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sein und kann nicht einfach nur vorausgesetzt werden.
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Präsentiert vom Digitalkompass.
00:01:25.373
Moderator, euer Inklusator Sascha Lang.
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Der Digitalkompass-Podcast heute mit der Ausgabe Nummer 11.
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Das Thema ist Armut. Beigeschaltet sind zwei Interviewgäste.
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Auf der anderen Seite die Frau Schabram. Herzlich willkommen.
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Vielen Dank. Herzlich willkommen.
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Und von der Aktion Mensch die Frau Ulrich. Schön, dass Sie dabei sind. Hallo.
00:01:46.373
Auch von meiner Seite und danke für die Einladung.
00:01:49.533
Ja, Frau Schabram, fangen wir mal bei dem ganz Üblichen an. Wer ist Frau Schabram
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eigentlich? Stellen Sie sich mal kurz zu unseren Zuhörern vor.
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Ich bin Greta Schabram. Ich bin beim Paritätischen Gesamtverband Referentin für gleich drei Themen.
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Zum einen Statistik, Sozialforschung. Da beschäftigen wir uns vor allem zum
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Thema Armut, zu dem wir auch heute sprechen.
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Und dann mache ich noch Sozialforschung auch rund um das Thema Armut und bin
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dann noch zuständig für das Thema Wohnen, also Wohnungspolitik.
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Sie haben es schon angesprochen, wir sprechen heute über das Thema Armut im
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Zusammenhang mit der Digitalisierung.
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Was bedeutet digitale Teilhabe und warum ist sie in unserer heutigen Gesellschaft so wichtig?
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Zunächst einmal bedeutet ja Digitalisierung, dass grundsätzlich immer mehr Aspekte
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des privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Lebens ins Digitale verlagert wird.
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Und damit drohen aus unserer Sicht halt vor allem digital abseits stehende Gruppen
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in ihrem privaten, beruflichen und aber auch gesellschaftlichen Leben bedrohend,
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sind die halt davon bedroht, ausgeschlossen zu werden.
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Das liegt daran, dass digitale Teilhabe einen Anspruch grundsätzlich meint,
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dass ja alle Menschen Zugang zur digitalen Welt haben. Das heißt,
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dass sie sich in diesem digitalen Raum zurechtfinden und auch dort partizipieren können.
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Und damit setzt eigentlich digitale Teilhabe drei Aspekte voraus.
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Zugang, Fähigung und Partizipation.
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Und wenn wir uns den ersten Aspekt einmal angucken, das ist der Zugang,
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dann ist damit klar, dass wir damit zum einen technische Voraussetzungen meinen,
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wie Hard- und Software, aber auch den Internetzugang, ganz klassisch.
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Aber dann ein sehr, sehr zentraler Aspekt ist beispielsweise die Befähigung.
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Also es reicht eben nicht aus, einen Laptop zu haben und einen Internetzugang
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zu haben, sondern wir müssen ja diese Geräte und uns der Welt auch zurechtfinden können.
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Das heißt, wir brauchen Wissen und Fähigkeiten, um uns eben in der digitalen
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Welt zurechtzufinden, dort selbstbestimmt und souverän agieren zu können.
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Und das setzt intellektuelle, aber auch eben finanzielle Ressourcen voraus.
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Und dann gibt es den dritten Punkt, Partizipation, also die Möglichkeit,
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in der digitalen Welt aktiv teilzuhaben, sich einbringen zu können.
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Und auch das setzt etwas sehr Zentrales voraus, nämlich nicht nur den Zugang
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und die Befähigung, also die ersten beiden Aspekte, sondern auch den Faktor Zeit.
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Und digitale Teilhabe ist für uns als Wohlfahrtsverband jetzt in den letzten
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Jahren auch immer drängender und wichtiger geworden, weil es eben neben den
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Vorteilen, die Digitalisierung ja auch faktisch wirklich bietet,
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ein entscheidender Faktor mitgedacht werden muss.
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Und das ist eben, dass die Digitalisierung einen neuen und einen ganz eigenen
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Ausschlussmechanismus darstellt.
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Jetzt mal zwei Beispiele. Jetzt kürzlich hat die BVG in Berlin das analoge Ticket abgeschafft.
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Das bedeutet faktisch für Menschen mit geringen digitalen Fähigkeiten,
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mit fehlendem Zugang, dass sie massive Probleme haben, überhaupt die nächste U-Bahn zu nehmen.
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Oder wir haben das andere Problem, dass mittlerweile Kitas oder auch die Wohnungssuche
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kaum mehr möglich sind, wenn man nicht über ein internetfähiges Handy verfügt,
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wenn man nicht weiß, wie man das bedienen kann,
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wenn man schnell auf E-Mails reagieren kann und so weiter und eigentlich sein
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Leben auch am Ende darüber mit organisiert.
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Das setzt aber eben dann doch ziemlich viel voraus.
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Und diese Verlagerung ist eben für Menschen, die diesen Trend nicht so gut mitmachen
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können und die Zugangsprobleme haben bei der Digitalisierung,
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die werden hier von wirklich fundamentalen Lebensbereichen immer mehr abgeschnitten
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oder drohen halt, exkludiert zu werden.
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Und ein besonders großes Problem, was sich gerade auf uns als Akteur der Wohlfahrtsfehler
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gestellt ist, ist natürlich,
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wenn das Zugang zum Hilfesystem oder auch der Zugang zum Recht oder eben Zugänge
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zur Sozialleistung immer mehr davon abhängig sind, dass sie mal digitale Anträge
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beispielsweise ausfüllen kann,
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dann ist das quasi eine massive Zugangshürde.
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Also weil gerade Menschen ausgeschlossen werden oder eben mit erheblichen Barrieren
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zu kämpfen haben, die man ja eigentlich darunter erreichen will und die man stärken will.
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Das ist so ein kurzer Abriss.
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Ja, das heißt, wir merken ganz klar, dass digitale Teilhabe und Menschen,
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die in Armut leben, ein hohes Potenzial nicht in Inklusion, sondern Exklusion
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mündet. Kann man das so beschreiben?
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Ja, auf jeden Fall. Also ich würde es genauso beschreiben, weil wir eben,
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und das vergessen wir manchmal, wenn wir vielleicht gerade Anfang 30 sind,
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wenn wir uns sowieso die ganze Zeit mit Laptop und Handy aufhalten und für eine
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gewisse Generation, den sogenannten Digital Natives, ist das ja quasi weitestgehend,
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sozusagen in die DNA schon eingeschrieben.
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Die haben damit für mich jetzt erstmal nicht so große Probleme,
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aber man muss ja erstmal sehen, Denn wir haben zum einen oder anderen eine Generation,
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die überhaupt nicht damit aufgewachsen ist, nehmen wir mal die Generation 75 plus.
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Aber eben hängt es sowieso auch noch von intellektuellen Fertigkeiten,
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Zeit und so weiter ab. Aber ich möchte einfach, dass es ein Bewusstsein in unserer
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Gesellschaft gibt, dass wir diese Grundvoraussetzungen für Digitalität nicht als gegeben sehen,
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sondern als eine große Barriere und einfach verstehen, dass es mit finanziellen,
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zeitlichen, intellektuellen und sozialen Ressourcen verknüpft.
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Und diese Ressourcen sind einfach sehr ungleich verteilt.
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Und nimmt man eine, weiß ich nicht, alleinerziehende Mutter,
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drei Kindern, die Frage ist halt, ob die die Zeit hat, sich da mal eben noch
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digital vorzubilden oder das Geld hat das zu tun und so weiter.
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Also es gibt auch einfach, ist auch manchmal eine Frage von Zeit,
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ob man die Zeit hat, sich mit gewinnen in diesen Dingen der eigenen Weiterbildung,
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beschäftigen zu können, das haben eben nicht alle gleichermaßen.
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Oder anderer Aspekt, gerade bei älteren Menschen, da kommt zum Beispiel die Frage,
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Haben die soziale Ressourcen, das heißt, haben die Enkelin, haben die Freunde,
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haben die eigenen Kinder, die sich mit ihren Hinsätzen sagen,
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so, jetzt richten wir dir mal ein E-Mail-Konto ein.
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Und mit der E-Mail ist nicht getan, die müssen den PC hochfahren können,
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die müssen einen benutzen können, die müssen auch wissen, was man macht, wenn der mal kaputt ist.
00:08:10.337
Also es ist ganz schön viel Wissen, was wir da eigentlich für viele relativ
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selbstverständlich angehäuft haben, aber wo andere Menschen einfach eine sehr
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große Distanz und dieses aufzuholen, auch das ist halt eine Frage von Ressourcen.
00:08:23.117
Finanzielle Ressourcen kann ich mir Kurse leisten, soziale Ressourcen habe ich
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Freundinnen, Familie, die mich dabei unterstützen.
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Intellektuelle Ressourcen kann ich, verstehe ich das überhaupt oder habe ich
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vielleicht eine Beeinträchtigung und so weiter.
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Also, dass wir einfach diese Grundvoraussetzungen nicht für gegeben nehmen,
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sondern eben sehr stark darauf achten, dass es…
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Oder verstehen, dass es nicht gleich verteilt ist und dann auch unsere Konsequenzen daraus ziehen.
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Und wir haben ja als Forschungsstelle auch einmal uns repräsentative Daten des
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sogenannten sozioökonomischen Panels angeschaut und dabei herausgefunden,
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dass auch von Armutsbetroffenen rund 21 Prozent zu Hause über keinen Internetanschluss verfügen.
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Und damit ist das schon nur der allererste Aspekt von denen,
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die ich gerade genannt habe, was man braucht, um digital teilhaben,
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schon fundamental verletzt, also nämlich der digitale Zugang.
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Und bei Menschen, die eben nicht arm sind, sieht man, dass es signifikant weniger
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sind in der Befragungsdaten, die wir uns anguckt haben, lag diese Zahl bei 9 Prozent.
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Also Armut führt ganz faktisch und nachgewiesenermaßen zu schlechteren Zugangsvoraussetzungen
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im Bereich der Digitalisierung.
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Und wir haben auch herausgefunden, dass beispielsweise arme Menschen viel seltener
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über den eigenen Beruf, also die eigene Berufstätigkeit, digitale Fertigkeiten
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oder Fähigkeiten aufbauen können,
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da sie eben seltener in Berufen arbeiten, wo sie quasi automatisch digitale
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Arbeitsmittel verwenden.
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Also wenn ich mal mich als Beispiel nehme, ich arbeite eigentlich knapp zu 95
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Prozent, sitze ich am PC und meine gesamten Weiterbildungskenntnisse oder was
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ich hier in Slack-Teams und weiß ich nicht, was alles kenne,
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habe ich durch meinen Beruf erworben, weil das hier notwendig ist.
00:10:00.195
Das heißt, mein Arbeitgeber hat beispielsweise auch ein hohes Interesse daran,
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dass ich digital mithalten kann, weil sonst könnte ich meinen Beruf nicht ausüben.
00:10:08.195
Das heißt, ich muss das nicht in meiner Freizeit machen, ich mache es einfach
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oder lerne das über meinen Beruf. Und auch das ist zum Beispiel eine Frage,
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hast du einen Beruf, wo das erfordert ist und wo du das mitlernst oder nicht?
00:10:20.175
Sehen wir schon fast in die Frage 3 reingerutscht, der Zugang.
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Sie haben das als einer der ersten Merkmale genannt, Zugang,
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Befähigung und so weiter und auch die Möglichkeit, es zu lernen.
00:10:30.435
Der Zugang ist ja an sich, wenn man das jetzt die anderen zweimal ausklammert,
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aber das teuerste am Invest.
00:10:36.675
Internetzugang braucht man, ist heute ja auch nicht mehr für 3,50 Euro zu kriegen,
00:10:40.075
wenn man eine vernünftige Leitung haben will, um nicht gerade einzuschlafen dabei.
00:10:43.615
Dann haben wir die Geräte, die heute kaum, kaum, zwar mit Verträgen,
00:10:48.475
aber wenn man in der Armut liegt, kriegt man auch nicht so einfach die Verträge.
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Das heißt, die Gerätschaften sind schon enorm teuer. Wenn man irgendwie nicht
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mit einer alten Kamelle da arbeiten will und abgehängt werden will,
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überhaupt mal reinzukommen ins Internet, kann man ja auch keine zu alten Geräte
00:11:02.175
mehr kaufen, dann gibt es keine Updates mehr und so weiter.
00:11:04.475
Also dieser technische Zugang, der ist ja schon einer der enormsten Hürden, die es gibt.
00:11:09.780
Ja, der ist vor allem besonders teuer und das ist ja meistens auch gar nicht
00:11:15.100
mal durch eine einmalige Anschaffung getan.
00:11:18.140
Also eine Waschmaschine hält 20 Jahre oder so, also meine hält schon sehr lange.
00:11:23.420
Aber sowas wie Handy, Apps, Computer, das ist ja eben nichts mehr,
00:11:28.700
was du dir einmal anschaffst, einmal lernst und dann kannst du es,
00:11:32.200
sondern du musst es anschaffen, es geht kaputt, es kommen neue Geräte,
00:11:36.320
die musst du wieder neu lernen und so weiter.
00:11:37.940
Also Digitalisierung ist einfach ja auch nichts, was du einmal nachmodisch,
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muss man einmal den Weg gehen, dann habe ich ihn verstanden,
00:11:44.940
sondern du musst dich auch immer wieder adaptieren, du musst immer wieder Dinge
00:11:50.000
leisten können, immer wieder neu anschaffen, reparieren können,
00:11:53.900
die neue App anwenden, das neue Betriebssystem runterladen, die neue Firewall und so weiter.
00:11:58.280
Also das ist einfach dann am Ende auch nichts, was erstmal finanziell,
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also die erste Anschaffung ist schon sehr kostspielig.
00:12:06.860
Die zweite ist, dass es nicht einmal die Kosten ist, sondern die Kosten sind
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eigentlich fortlaufend, aber auch das Know-how und ich glaube,
00:12:13.420
das ist sogar fast noch der zentralere Punkt, weil wir zum Beispiel in unseren
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sozialen, Sozialberatungsstellen, mit denen ich gesprochen habe,
00:12:21.300
die haben ganz klar gesagt, ja, wir können unseren Leuten, unseren Klientel,
00:12:24.800
die kommen, weil sie Sozialberatung brauchen.
00:12:27.300
Wir können denen hier einen Laptop hinstellen und mal einen Internetzugang.
00:12:30.840
Aber das Problem ist einfach, dass sie überhaupt nicht damit zurande kommen.
00:12:35.600
Also dass sie überhaupt nicht die Fähigkeiten besitzen, sich damit zurechtzufinden
00:12:39.600
und eine wahnsinnige Unterstützung brauchen, um beispielsweise Sozialleistungsanträge
00:12:44.240
zu stellen oder einfach sich nur mal auf einen Minijob zu bewerben und so weiter.
00:12:48.680
Also ich glaube, die erste Zugangswürde ist schon sehr richtig,
00:12:51.260
dass die digitalen Geräte und Internet einfach ein hoher Kostenpunkt ist.
00:12:55.860
Zweite ist aber auch, selbst wenn man das mal irgendwo lokal zur Verfügung stellt,
00:12:59.620
damit ist es eben lange nicht getan, weil das eben so viel voraussetzt.
00:13:03.880
Welche Rolle spielen denn hier die sozialen Einrichtungen oder Bildungsangebote,
00:13:07.540
um Menschen, die in der Armut leben, diesen Zugang zu ermöglichen?
00:13:11.720
Welche Rolle spielen denn hier diese sozialen Einrichtungen und Bildungsangebote?
00:13:17.320
Das ist natürlich ein wichtiges Instrument, also ein ganz wichtiges Instrument,
00:13:21.200
um für vulnerable Gruppen Zugänge zu liefern oder eben auch Angebote zu schaffen,
00:13:28.020
die digitale Ungleichheiten abbauen oder eben vor allem zielgruppenspezifische
00:13:33.420
Angebote zu entwickeln für Mütter mit jungen Kindern und die weiß ich nicht
00:13:37.020
mehr, was machen müssen.
00:13:38.120
Also ganz wichtig, dass sie kostenlos sind, dass sie an der Lebenswelt der Zielgruppe angepasst sind.
00:13:43.400
Also da liefert die Wohlfahrtsfähige schon einen wichtigen Beitrag.
00:13:47.120
Und sie haben ja eben erkannt, weil das Ziel ist ja immer, Menschen zu befähigen
00:13:50.740
und zu einem selbstständigen Leben zu verhelfen und die, die es gerade nicht
00:13:53.580
können, da an wichtigen Stellen zu helfen.
00:13:56.320
Und da ist eben die Erfahrung der letzten Jahre, dass immer mehr kommen.
00:14:00.526
Allein, weil sie die Zugänge zur Digitalisierung nicht haben, weil sie damit,
00:14:05.766
dass jetzt eben der Ausself-Job mit dem digitalen Lebenslauf quasi eine Bewerbung
00:14:11.966
dafür notwendig ist oder Wohnungsanzeigen und so weiter, dass sie allein deswegen
00:14:15.546
kommen, weil ihnen die digitalen Zugänge fehlen.
00:14:18.866
Und da haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass das eine ganz neue Aufgabe wird.
00:14:24.066
Also es wird eine ganz neue Aufgabe, weil man eben nicht mehr in Anführungszeichen
00:14:27.206
nur Sozialberatungsstelle ist.
00:14:28.546
Du bist jetzt eigentlich eine Sozialberatungsstelle plus Anlauf zum Thema Digitalisierung,
00:14:33.826
weil das läuft nun mal Hand in Hand.
00:14:35.506
Und da muss man auch sagen, dass dann unsere Einrichtungen da auch natürlich
00:14:39.226
die finanzielle Unterstützung des Staates brauchen.
00:14:43.006
Einerseits, um ihre eigenen Mitarbeitenden zu schulen. Die müssen ja auf einmal
00:14:46.086
dann eben auch digital beraten können, also wie jemand digital Dinge erledigt.
00:14:52.406
Die brauchen eine andere Form von Equipment oder es ist vielleicht auch wichtig,
00:14:55.566
vor Ort mehr Laptops zu installieren, die regelmäßig gewartet sind und so weiter.
00:15:00.006
Und die müssen Angebote vorhalten können, die sich auch allein auf den digitalen Umgang beziehen.
00:15:05.926
Und das ist jetzt quasi noch nicht so sehr mitgedacht, dass es immer mehr Teil
00:15:11.006
auch zum Beispiel von der Sozialberatung ist und muss dann natürlich aber auch
00:15:14.926
mit finanziell unterstützt werden.
00:15:19.026
Das Problem ist schon lange erkannt, weil die Zugangshürden haben einfach die
00:15:23.846
Betroffenen, die tagtäglich in diese Stellen kommen.
00:15:27.446
Oder auch im Bereich der Wohnungslosenhilfe ein massives Problem.
00:15:31.226
Aber eben diese Sozialberatungsstellen sind jetzt leider finanziell noch nicht
00:15:36.026
so ausgestattet, dass sie diese notwendige Arbeit so leisten können,
00:15:39.526
wie sie es sehr gerne selber wollen.
00:15:41.306
Das eine ist die digitale Welt, was die Anforderungen sind.
00:15:44.366
Das andere ist auch die Unterstützung oder die Sozialeinrichtungen,
00:15:47.966
die dann die Sozialberatung auf das digitale Niveau oder Level erhöhen müssen.
00:15:52.666
Sie haben schon bereits angedeutet, der Paritätische Wohlfahrtsverband hat Angebote,
00:15:56.926
gibt Angebote an Menschen mit geringem Einkommen, um sie auf den Weg,
00:16:01.646
durch den Weg ins Internet zu begleiten. Haben Sie da ein paar Beispiele?
00:16:06.146
Oh, dann müsste ich jetzt nochmal, wir sind ja quasi der oberste Dachverband,
00:16:09.806
also ganz aktuelle Beispiele, ich weiß halt, dass sie das teilweise in ihren
00:16:13.206
Einrichtungen zu machen, müsste ich ehrlich gesagt nochmal recherchieren,
00:16:15.746
aber grundsätzlich spielt es eine Rolle natürlich in Sozialberatungsstellen,
00:16:18.766
teilweise im Rahmen der Migrationsarbeit, wo man Angebot macht oder auch natürlich,
00:16:22.206
wir haben auch Bildungseinrichtungen, aber jetzt so ein Projekt,
00:16:25.286
was ich jetzt so vornehmlich nennen könnte, viele mir jetzt,
00:16:28.785
Nicht direkt ein, müsste ich nochmal nachschauen.
00:16:31.965
Alles gut, man findet ja auch da ganz viele Informationen. Internet,
00:16:36.365
natürlich schwierig, wenn man kein Internet hat, aber der, der diesen Podcast
00:16:39.605
hört, der hat definitiv Internet, sonst würde es nicht gehen.
00:16:42.185
Also das heißt, wenn Sie Menschen kennen, die diese Informationen benötigen,
00:16:45.765
ist es immer wichtig, auch dann zu unterstützen und vielleicht dann für diese
00:16:49.205
Menschen dann im Internet zu recherchen, damit sie zu den, ja, zu den…
00:16:53.585
Es gibt es einfach kommunal, das sind ja Angebote, die jetzt meistens,
00:16:58.585
wenn es um eine digitale Barriere geht, bringt es ja nichts,
00:17:01.265
wenn ich sage, klicke auf den QR-Code, komm, weil dann gibt es auch,
00:17:05.025
ist auch lustig, wenn das die Angebote sind.
00:17:07.485
Aber damit habe ich etwas ganz Wesentliches nicht verstanden.
00:17:10.225
Deswegen sind das natürlich Angebote, die nicht auf Bundesebene so klassischerweise
00:17:13.645
fungieren, sondern kommunal in der Gemeinde,
00:17:17.445
in dem Bezirk Angebote sind und über die Angebotsvielfalt jetzt quasi ganz unten in der Kommune,
00:17:25.585
in den einzelnen Bezirken, wie auch immer, habe ich jetzt nicht die detaillierte Einsicht.
00:17:30.505
Sicherlich gibt es da immer Angebote. Einfach mal Nachfrage noch bei der Kommune anrufen.
00:17:34.505
Frau Schaber, Sie forschen über das Thema, Sie analysieren, Sie recherchieren.
00:17:39.985
Was wünschen Sie sich oder was wird benötigt auf staatlicher,
00:17:44.465
auf wirtschaftlicher Seite,
00:17:46.145
um die Digiteilhabe von Menschen, die die finanziellen Ressourcen nicht zu haben,
00:17:49.845
also nach deutschem Begriff in Armut leben, um diese Menschen besser mitnehmen
00:17:53.405
zu können, um diesen Menschen eine bessere Möglichkeit zur digitalen Teilhabe zu geben?
00:17:58.305
Also das eine ist eben, dass man Digitalisierung nämlich nur voraussetzt,
00:18:02.045
sondern auch am Ende der Staat Geld dafür in die Hand geben muss,
00:18:05.405
dass man insofern digitalisierte BürgerInnen will,
00:18:09.745
und es beim Zugang zu einfachsten Dingen notwendig wird oder immer öfter notwendig
00:18:15.045
wird, dass man da natürlich für die Voraussetzungen setzen muss.
00:18:17.565
Das heißt, der Sozialstaat muss dafür Sorgen tragen, dass es auch Anlaufstellen
00:18:22.485
gibt, dass es kostenfreie Angebote gibt, um sich eben entsprechende Fähigkeiten
00:18:29.285
dann auch anzueignen und so weiter.
00:18:30.925
Also ganz klar, die Vermittlung digitaler Kompetenzen muss staatliche Aufgabe
00:18:34.625
sein und kann nicht einfach nur vorausgesetzt werden.
00:18:38.265
Das heißt, Dinge wie in öffentlichen Einrichtungen, dass es halt Arbeitsplätze
00:18:42.305
gibt mit nicht nur technischer Ausstattung, sondern auch fachlicher Beratung.
00:18:46.965
Und der andere Punkt ist, dass aus unserer Sicht.
00:18:51.255
Es auch immer noch analoge Wege geben muss, weil wir können es eben nicht von allen verlangen.
00:18:57.315
Es wäre ein massiver Ausschuss von relevanten Anteilen in unserer Bevölkerung.
00:19:01.695
Und um gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, brauchen wir auch immer noch analoge Wege.
00:19:07.655
Das heißt, wenn ich meinen Sozialleistungsantrag stellen will und ich habe,
00:19:12.035
warum auch immer, gerade keinen digitalen Zugang, muss ich einfach hingehen können.
00:19:16.855
Ich muss noch eine Wohnungsstelle, die vom Bezirk eingerichtet ist, auch noch per Fuß.
00:19:22.575
Und ich gehe da hin und sage, ich möchte einen Termin. Die Terminvergabe darf
00:19:26.235
nicht nur digital stattfinden.
00:19:29.435
Also da muss einfach der Staat dafür sorgen, dass es auch immer noch für Menschen analoge Wege gibt.
00:19:35.595
Auch wenn man sagt immer mehr und wenn wir halt für eine gewisse Weiterbildung
00:19:39.415
sorgen, ist das ja auch eine Frage von Zeit.
00:19:41.955
Also ich glaube, es ist auch immer noch eine Übergangszeit, die wir eben noch
00:19:45.595
eine Weile haben und da aber nicht so mit vorbrechen und sagen,
00:19:48.875
so Digitalisierung wird jetzt zur Voraussetzung, sondern wir wollen uns digitalisieren,
00:19:53.695
sehen das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, aber damit wir die Menschen nicht
00:19:58.395
komplett ausschließen, das ist ja sonst im Form der Digitalisierung so,
00:20:02.215
der digitalen Teilhabe,
00:20:03.675
lassen wir analoge Wege, um am Ende für Daseinsvorsorge auch zu sorgen.
00:20:09.535
Ja, beginnen wir mal mit dem üblichen, liebe Frau Ullrich. Stellen Sie sich
00:20:12.955
einfach mal unseren Zuhörern vor.
00:20:14.795
Mein Name ist Nadja Ullrich. Ich komme von der Aktion Mensch, die sitzt in Bonn.
00:20:19.835
Ich arbeite da schon sehr lange, seit über 20 Jahren.
00:20:23.815
Aber mit dem Thema digitale Teilhabe beschäftige ich mich schwerpunktmäßig seit fünf Jahren.
00:20:30.675
Davor habe ich schon ganz viel zu den Themen Barrierefreiheit und Innovation gemacht.
00:20:36.355
Aber seit fünf Jahren habe ich ebenso als Schwerpunktthema alles,
00:20:40.795
was sich mit Digitalisierung, Barrierefreiheit, Inklusion, digitaler Teilhabe beschäftigt.
00:20:48.086
Sie haben auch die Studie begleitet, die die Aktion Mensch gemacht hat zur digitalen
00:20:53.086
Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
00:20:55.346
Dann natürlich, wenn so eine Studie abgeschlossen ist, die Frage von ganzem
00:20:58.926
Herzen, wie sieht es denn aus
00:21:00.666
mit der digitalen Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Deutschland?
00:21:04.526
Genau, also wir haben, man muss dazu sagen, die Studie ist ein bisschen älter.
00:21:08.966
Die haben wir gemacht im Jahr 2019, erschienen ist sie dann 2020,
00:21:13.726
also mitten während der ersten Corona-Welle.
00:21:18.086
Und es ist aber eine Trendstudie. Wir haben damals zwölf Fachleute und 43 Menschen
00:21:24.026
mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen gefragt,
00:21:27.486
wie sie Digitalisierung wahrnehmen, wie sie digitale Medien nutzen und was sie
00:21:32.826
sich für die Zukunft wünschen.
00:21:35.326
Das so vielleicht zum Rahmen der Studie.
00:21:39.186
Und ich denke, die Ergebnisse, klar, Corona hat die Digitalisierung natürlich
00:21:43.306
in vielen Bereichen stark vorangebracht, aber ich denke, die Ergebnisse sind
00:21:46.786
trotzdem auch immer noch valide.
00:21:48.866
Das sehe ich auch in meiner täglichen Arbeit.
00:21:51.866
Es ist einfach so, die Nutzung von digitalen Medien ist bei Menschen mit Beeinträchtigung
00:21:58.186
erst mal genauso wie in der Gesamtbevölkerung.
00:22:01.226
Also auch Menschen mit einer Beeinträchtigung benutzen digitale Medien als Hilfsmittel,
00:22:06.806
das Smartphone vor allen Dingen ist auch ein riesen Türöffner zur Teilhabe, ist so mein Eindruck.
00:22:14.726
Aber wir haben eben festgestellt, dass die Nutzung von digitalen Medien bei
00:22:20.206
Menschen mit Behinderung, aber das ist glaube ich auch nicht,
00:22:24.026
also jetzt auch so bei allen anderen,
00:22:27.066
stark abhängig auch vom lebenswertlichen Hintergrund.
00:22:30.766
Also zum Beispiel dem Bildungsgrad, der sozialen Einbindung ist natürlich was
00:22:33.946
völlig anderes, ob man jetzt zu Hause wohnt, in einer Familie,
00:22:38.526
mit Freunden oder ob man in einer Einrichtung ist.
00:22:42.246
Da ist natürlich der Grad der digitalen Teilhabe einfach durch die lebensweltlichen
00:22:47.526
Umstände sehr unterschiedlich.
00:22:50.626
Dann haben wir so ein bisschen drei Dimensionen der digitalen Teilhabe sozusagen
00:22:57.566
konstatiert, nämlich einmal das Thema digitale Teilhabe anzuschauen.
00:23:03.804
An Medien, durch Hardware, Software, einfach durch Medienkompetenz,
00:23:11.764
die man erwirbt, dann Teilhabe durch digitale Medien.
00:23:16.644
Das heißt, da fällt das ganze Thema drunter Sprach- und Bilderkennung,
00:23:21.344
Sprachsteuerung, auch weiteren Sinne dann Prothetik, Robotik.
00:23:26.444
Aber ich würde da sehr stark den Fokus auf Sprachsteuerung, Spracherkennung,
00:23:30.844
gerade in Bezug auf Nutzen für Menschen mit Behinderung legen.
00:23:34.504
Und dann als dritte Dimension Teilhabe in digitalen Medien.
00:23:40.104
Das haben wir damals so vor allen Dingen auf soziale Medien bezogen,
00:23:44.364
Repräsentation in sozialen Medien, Interessenvertretung über Medien im Internet,
00:23:52.064
Services, Peer-to-Peer-Beratung, so dieser Bereich.
00:23:55.304
Also zusammenfassend kann man sagen, und das sind echte Chancen von Digitalisierung,
00:24:01.704
sie schaffen Zugang, sie schaffen Selbstbestimmung und sie schaffen Gestaltungsmöglichkeiten.
00:24:08.344
Es gibt natürlich aber auch Probleme, die nach wie vor da sind,
00:24:13.964
immer noch sicherlich technische und inhaltliche Mangel bei Medienkompetenz,
00:24:22.304
sowohl bei den Betroffenen selbst, aber auch bei Fachkräften und Angehörigen.
00:24:28.124
Das ist aber auch etwas, was in der Gesamtbevölkerung auch immer noch ein Thema ist.
00:24:33.184
Die technische Entwicklung geht ja auch immer schneller. Also es ist ja sehr
00:24:35.984
schwer, da überhaupt noch nachzukommen.
00:24:38.404
Wir haben festgestellt, mangelndes Vertrauen auch in den Datenschutz,
00:24:42.064
also gerade bei sehr sensiblen Daten, Gesundheitsdaten, die Menschen mit Behinderung ja stark betreffen.
00:24:48.784
In Einrichtungen fehlt heute wahrscheinlich immer noch teilweise auch WLAN-Zugang
00:24:55.184
als Grundvoraussetzung.
00:24:56.424
Das ganze Thema Barrierefreiheit ist nach wie vor ein großes Problem,
00:25:01.624
sowohl bei Hard- und Software müssen wir feststellen,
00:25:05.864
da ist auch einfach zu wenig Wissen noch vorhanden und Willen, das umzusetzen.
00:25:11.424
Und was uns die Leute damals aber auch gesagt haben, das ist noch eine weitere
00:25:15.944
Dimension, sozusagen eine Spaltung innerhalb der Gruppe der Menschen mit Beeinträchtigung.
00:25:20.844
Es wurde prognostiziert, dass vor allem Menschen mit einer Lernbehinderung oder
00:25:26.304
auch mit einer psychischen Behinderung eher von digitaler Exklusion betroffen
00:25:30.984
sein werden als jetzt Menschen mit einer Sinnes- oder Mobilitätseinschränkung,
00:25:35.504
weil da einfach sozusagen die technische Barrierefreiheit doch auch durch Gesetzgebung
00:25:42.424
und einfach durch den Gang der Dinge weiter erhöht wird.
00:25:46.804
Aber was die redaktionellen Inhalte angeht, also leichte Sprache,
00:25:50.544
einfache Sprache, ist es halt immer noch auch sehr schwierig.
00:25:53.624
Und wir haben natürlich ein Thema, was damals noch gar nicht so gesehen wurde,
00:25:57.184
aber heutzutage natürlich total wichtig ist es das Thema künstliche Intelligenz.
00:26:02.688
Und Sprachmodelle wie Chat-GPT reproduzieren Diskriminierung aus der realen Welt.
00:26:08.868
Und das ist eben jetzt ein Thema, was verstärkt kommt und womit wir uns auch
00:26:12.888
beschäftigen, was ja auch immer relevanter wird.
00:26:18.128
Statistisch gesehen gehören Menschen
00:26:20.288
mit Behinderung ganz oft auch zu den Menschen, die unter Armut leben.
00:26:27.108
Inwiefern beeinflusst diese Tatsache auch den digitalen Zugang?
00:26:32.688
Ja, also ich möchte vorweg sagen, wir als Aktion Mensch kategorisieren nicht,
00:26:37.968
auch nicht in der Förderung nach dem Thema Armut.
00:26:41.828
Nicht alle Menschen mit Behinderung sind von Armut betroffen.
00:26:45.068
Da ist die Bandbreite auch sehr, sehr breit.
00:26:49.908
Aber natürlich kann Behinderung das Risiko für Armut erhöhen.
00:26:55.628
Und wenn beides zusammenkommt, dann entsteht eine sozusagen eine doppelte Teilhabebeschränkung
00:27:01.648
durch die Behinderung auf der einen und die Armut auf der anderen Seite.
00:27:04.988
Und in unserer Studie damals wurde das Thema Kosten von den interviewten Menschen
00:27:10.968
mit Beeinträchtigungen natürlich oft angesprochen.
00:27:14.708
Tatsächlich haben viele Menschen mit Behinderung ein geringes Einkommen.
00:27:19.408
Ich will mal gar nicht reden von Leuten, die in der Werkstatt für Menschen mit
00:27:22.568
Behinderung arbeiten. Da ist die Problematik ja nochmal viel krasser.
00:27:26.628
Das bleibt kaum Geld, um sich eine digitale Ausstattung anzuschaffen.
00:27:32.168
Und in den Leistungskatalogen, auf die ja viele Menschen auch mit Beeinträchtigungen
00:27:37.048
angewiesen sind, da ist auch nur wenig Geld für digitale Medien vorgesehen.
00:27:41.788
Es gibt dann, viele Menschen mit Behinderung brauchen ja auch noch zusätzliche Hilfsmittel.
00:27:48.268
Da gibt es inzwischen ja auch viel im digitalen Bereich. Da gibt es einen eigenen Katalog.
00:27:52.568
Die müssen aber über die Krankenkassen beantragt werden und die werden eben
00:27:58.528
auch oft abgelehnt. dann muss man widersprechen, das kostet alles Nerven.
00:28:04.528
Also das ist ein großes Thema und die Menschen in der Studie haben sich deshalb
00:28:09.948
auch noch mehr zentrale Informationen über die vorhandenen digitalen Hilfsmittel
00:28:14.088
und über die Finanzierung gewünscht.
00:28:15.968
Und auch die Fachverbände der Behindertenhilfe fordern seit langem eine bessere
00:28:21.048
Finanzierung von digitaler Teilhabe, also sowohl was die Hardware angeht,
00:28:24.868
was Medienkompetenz angeht,
00:28:27.256
Auch für Medienkompetenz, auch für Fachkräfte. Also wenn das zusammenkommt,
00:28:32.936
beide Aspekte, dann ist es wirklich ein sehr großes Problem für die betroffenen Menschen.
00:28:37.676
Wir haben bereits die persönliche finanzielle Situation angesprochen,
00:28:40.556
die Auswirkungen auf digitale Teilhabe haben kann.
00:28:44.316
Öffentliche Einrichtungen haben ja auch ganz oft das Problem,
00:28:47.296
dass sie zu wenig Geld haben.
00:28:49.236
Wie sind da die Probleme, die dadurch auftauchen können, Frau Ulrich?
00:28:53.576
Ja, also erstmal muss man ja sagen, dass es schon seit langem eine gesetzliche
00:28:57.436
Verpflichtung gibt durch das Behindertengleichstellungsgesetz,
00:29:01.216
dass öffentliche Einrichtungen auch in ihren digitalen Angeboten barrierefrei sein müssen.
00:29:07.516
Aber das ist nicht der Fall. Die Überwachungsstelle des Bundes für die Barrierefreiheit
00:29:11.956
von Informationstechnik hat da noch große Defizite festgestellt.
00:29:16.016
Und es ist offensichtlich immer noch nötig, klarzumachen, wie viele Menschen
00:29:21.416
von einem barrierefreien digitalen Angebot profitieren, nämlich eigentlich alle.
00:29:26.876
Barrierefreiheit ist ein Qualitätsmerkmal, das heißt, Angebote sind gut strukturiert,
00:29:31.716
sind gut navigierbar und das nutzt ja eigentlich allen.
00:29:35.976
Wenn öffentliche Angebote nicht barrierefrei sind, kann das Exklusion erheblich erhöhen,
00:29:42.176
Nämlich wenn man zum Beispiel Informationen über gesetzliche Leistungen nicht
00:29:47.476
in einfacher oder leichter Sprache bekommt, kann man diese auch nicht beantragen.
00:29:52.916
Und wenn wir jetzt an das Online-Zugangsgesetz denken, nachdem Verwaltungsleistungen
00:29:58.516
vor allem digital sein sollen in Zukunft, dann muss das Thema Zugänglichkeit
00:30:04.516
und Barrierefreiheit hier eine viel, viel größere Rolle spielen.
00:30:08.376
Weil ja gerade die Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind,
00:30:11.396
oft auch die Leute sind, die auf Leistung zur Teilhabe angewiesen sind.
00:30:15.643
Die Aktion Mensch bietet selber viele Informationen für alle Lebenslagen an
00:30:23.063
auf ihren Seiten und das barrierefrei und in einfacher Sprache.
00:30:27.463
Beim Familienratgeber.de, das nur am Rande, da kann man sich auch viel über
00:30:33.203
solche Leistungen, die einem zustehen und Angebote informieren.
00:30:39.203
Ich könnte auch noch die Seite RehaDat.de nennen, die besonders für die berufliche
00:30:44.203
Teilhabe eine wichtige Informationsplattform ist.
00:30:47.963
Und was man in diesem Zusammenhang auch noch erwähnen muss, ist der ganze private
00:30:53.643
Bereich, also der wirtschaftliche Bereich.
00:30:57.323
Wir haben dieses Jahr zum zweiten Mal gemeinsam mit Google Online-Shops auf
00:31:02.283
Barrierefreiheit getestet und da waren die Ergebnisse auch leider überhaupt nicht gut.
00:31:07.083
Zum Glück tritt hier nächstes Jahr das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft,
00:31:11.983
das endlich auch private Anbieter von digitalen Produkten und Dienstleistungen verpflichtet.
00:31:18.383
Aber da ist auch noch eine Menge an Aufklärung zu tun.
00:31:22.403
Also wir setzen uns als Aktion Mensch ja schon seit über 20 Jahren für das Thema
00:31:26.083
digitale Barrierefreiheit und Inklusion ein.
00:31:29.463
Man merkt aber erst jetzt durch die gesetzliche Regulierung,
00:31:32.863
dass sich etwas tut. Und es muss sich aber noch viel mehr tun in diese Richtung.
00:31:36.623
Gibt es denn derzeit schon kostenfreien Technologien, Apps oder Hilfsmittel,
00:31:41.263
die Menschen mit Behinderungen unterstützen, digital teilhaben zu können?
00:31:45.043
Da aber die Bedürfnisse der Menschen auch so unterschiedlich sind,
00:31:51.873
Da fällt es mir jetzt schwer, da eins herauszugreifen, Spezifisches.
00:31:56.693
Ich kann da ein bisschen Eigenwerbung machen, denn die Aktion Mensch bietet
00:32:00.233
auf ihrer Seite inklusion.de immer wieder auch Infos zu barrierefreien Apps
00:32:06.173
aus allen Lebensbereichen.
00:32:08.633
Bekannt, relativ bekannt ist vielleicht Be My Eyes.
00:32:12.393
Das ist eine App, mit der man sich quasi übers Netz, wenn man eine Sehbeeinträchtigung
00:32:17.653
hat, Hilfe in einer konkreten Situation, Hilfe von einem Menschen holen kann, der sehen kann.
00:32:24.333
Das funktioniert dann über diese App.
00:32:28.093
Es gibt die Glücklich-App der Lebenshilfe Hamburg zu Gesundheitsfragen in leichter
00:32:33.533
Sprache. Die wurde von unserer Stiftung, Aktion Mensch Stiftung, gefördert.
00:32:38.533
Also es sind jetzt nur mal so zwei Beispiele. Wir verbreitern dieses Angebot,
00:32:43.693
was wir auf inklusion.de haben, auch ständig.
00:32:45.893
Da kann man immer reingucken, da kann man auch Bewertungen abgeben über Apps.
00:32:49.173
Also da gibt es schon einiges.
00:32:51.093
Und wir haben auch, die Aktie Mensch hat auch eine E-Learning-Plattform selber,
00:32:55.893
wo man auch kostenfrei und auch sehr barrierefrei an Online-Kursen teilnehmen
00:33:00.733
kann. Auch das Angebot werden wir noch weiter ausbauen.
00:33:05.213
Im Moment ist am interessantesten, glaube ich, hier für die Zuhörerinnen,
00:33:10.093
dass wir da auch einen Kurs zum Thema Arbeit und inklusive Arbeitsmarkt anbieten.
00:33:16.813
Und das findet man wo?
00:33:18.933
Das findet man alles auf inklusion.de.
00:33:23.633
Frau Ullrich, Be My Eyes haben Sie gerade angesprochen. Für Blinde und Sehbehinderte
00:33:26.973
ein absolutes Must-Have.
00:33:28.593
Definitiv sehr, sehr spannend. Und auch wie die Kooperationen da sind.
00:33:32.273
Ich habe gerade gelesen, dass Be My Eyes in Zukunft auch mit Meta arbeiten will,
00:33:35.473
um auch auf Facebook und Instagram die Bilder besser beschreiben zu können.
00:33:39.073
Die Beschreibungen sind faszinierend und sehr genau.
00:33:41.973
Eine sehr großartige Hilfsmittel. Jetzt haben Sie ja schon bereits angedeutet,
00:33:46.073
oder inklusion.de gibt es Bildungsmöglichkeiten oder Bildungsangebote.
00:33:50.553
Haben Sie sonst noch eine Empfehlung für uns, wo Menschen mit Behinderung ihre
00:33:54.913
digitalen Kompetenzen erwerben könnten?
00:33:58.173
Mhm.
00:33:59.520
Also es gibt eigentlich eine ganze Reihe von Angeboten, zum Beispiel von Wohlfahrtsverbänden.
00:34:07.520
Ein Beispiel, lokales Beispiel, das wäre jetzt das bei Hefata,
00:34:12.100
ist die große Einrichtung Mönchengladbach, die haben ein Social Media Team.
00:34:15.200
Es gibt von der AWO ein ganz tolles Projekt, das heißt Digi-Teilhabe.
00:34:21.120
Die bieten ganz viel Information zur Medienkompetenz, die bieten auch Online-Seminare an.
00:34:27.740
Es gibt die Pixel-Labore, die vielleicht einige schon kennen.
00:34:31.460
Das wurde ursprünglich von der Diakonie initiiert. Das sind offene Orte,
00:34:36.460
an denen man hingehen kann und wo man sich informieren kann über soziale und
00:34:41.900
technische Innovationen und sozusagen im gemeinsamen Tun sich mit digitalen
00:34:48.480
Medien beschäftigen kann.
00:34:49.600
Es gibt, was ich auch sehr gut finde, die Plattform Barrierefrei Kommunizieren.
00:34:55.100
Die haben auch kostenfreie Workshops zur Nutzung von digitalen Medien.
00:35:00.080
Die bieten aber auch ganz viel Informationen über digitale Tools an.
00:35:04.280
Und es gibt weitere Angebote auch im Jugendbereich, zum Beispiel eins der NIM-Akademie
00:35:11.040
NRW zur digitalen Teilhabe von Jugendlichen in sozialen Medien.
00:35:15.900
Man kann auch mal bei den Medienanstalten der Länder gucken.
00:35:19.440
Die haben auch viele Angebote, gerade auch für Kinder und Jugendliche.
00:35:24.740
Ja, und zu guter Letzt natürlich noch der Digitalkompass als Angebot für ältere
00:35:30.820
Menschen, wo man sich ja auch sozusagen im Austausch Medienkompetenz erwerben kann.
00:35:38.080
Also man muss ein bisschen rumschauen tatsächlich im Netz, aber man findet sowohl
00:35:44.040
online als auch vor Ort schon inzwischen eigentlich ganz gute Angebote,
00:35:48.220
die auch kostengünstig oder sogar kostenfrei sind.
00:35:52.060
Soziale Initiativen und Institutionen versuchen ja auch immer kostenfreie Möglichkeiten
00:35:57.960
oder Teilhabe zu bieten.
00:35:59.400
Die Aktion Mensch hat unter anderem das Programm Digitale Teilhabe für alle aufgerufen.
00:36:04.540
Ein Programm, was ziemlich gut ankommt, muss man so sagen.
00:36:07.520
Die Töpfe sind fast leer, wenn man das so sagen darf. Also es läuft sehr gut.
00:36:11.880
Welche andere Förderprogramme gibt es denn noch bei der Aktion Mensch,
00:36:15.200
die interessant sein könnten?
00:36:18.560
Also das ist insofern ein bisschen schwierig, weil wir sehr,
00:36:21.020
sehr viele Förderprogramme haben.
00:36:22.720
Wir haben aber auf der Seite der Aktion Mensch, also in dem Bereich Förderung, einen Förderfinder.
00:36:28.620
Da kann man sich erstmal informieren, kann man erstmal sich navigieren lassen,
00:36:32.820
so ein bisschen durch den Dschungel und für sein Anliegen dann hoffentlich das
00:36:38.720
passende Programm finden.
00:36:41.111
Vorweg schicken muss ich tatsächlich, wir fördern nur Träger der sozialen Arbeit,
00:36:46.231
also keine Einzelpersonen.
00:36:47.891
Und zwar im digitalen Bereich, würde ich sagen, sind das so Themen wie Barrierefreiheit,
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Medienkompetenz, Nutzungskompetenz und Zugang.
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Das sind so die Schwerpunkte, die wir fördern, wobei wir da sehr bedarfsorientiert rangehen.
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Wir fördern Projekte, die mit Menschen arbeiten, die einen partizipativen Ansatz
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haben, die gemeinschaftlich entwickeln.
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Die Technik spielt nur als Voraussetzung eine Rolle in dem Bereich.
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Es soll aber nicht im Fokus stehen, sondern es ist wirklich die partizipative
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gemeinschaftliche Arbeit.
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Wir haben, das habe ich eben schon kurz gesagt, dann noch die Aktion Mensch Stiftung.
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Die kennen viele gar nicht. Da ist es etwas anders. Also die hat einen Schwerpunkt
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auf innovativen digitalen Technologieprojekten und dort fördern wir auch zum
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Beispiel innovative Apps.
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Also da liegt der Schwerpunkt etwas mehr auf der Technologie,
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natürlich auch bedarfsorientiert. Da sind die Fördersummen auch noch mal deutlich
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höher als beim Verein, beim Aktion Mensch Verein.
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Wobei die Spanne der Fördersummen ist wirklich sehr weit, von wenigen tausend
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Euro bis zu mehreren hunderttausend Euro.
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Aber ich muss halt nochmal sagen, wir finanzieren keine Einzelpersonen,
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auch keine Hilfsmittel für Einzelpersonen.
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Das ist Aufgabe der Krankenkassen, weil wir wollen, dass von unserem Projekt
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möglichst viele Menschen profitieren.
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Und deshalb fördern wir solche Projekte wie von der AWO oder PIXEL,
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die wir auch schon gefördert haben, die eben digital und vor Ort Medienkompetenz vermitteln.
00:38:32.431
Letzte Frage, Frau Ullrich. Sie beschäftigen sich mit der digitalen Teilhabe
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für Menschen mit Behinderung.
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Was wünschen Sie sich in Zukunft oder was wäre Ihr Appell?
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Ja, digitale Teilhabe ist wichtig.
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Aber was eigentlich noch wichtiger ist, das haben es auch die Menschen in der
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Studie damals gesagt, ist eigentlich Wertschätzung und Anerkennung von Menschen
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mit Behinderung als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft.
00:39:02.145
Denn wenn die Inklusion auf der realen, analogen Ebene nicht funktioniert,
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dann funktioniert sie auch im virtuellen Raum nicht. Und dann werden Menschen
00:39:14.425
mit Beeinträchtigungen immer benachteiligt sein.
00:39:17.205
Also wir sehen das jetzt gerade an diesem Thema künstliche Intelligenz.
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Wir beschäftigen uns gerade ganz stark mit Sprachmodellen wie Chat-GPT,
00:39:25.885
Die einfach wirklich die Diskriminierung, die im realen Raum stattfindet,
00:39:30.125
eins zu eins in den digitalen Raum übernimmt.
00:39:32.425
Und nicht auf oberflächlicher Ebene, da sind die Sprachmodelle ethisch natürlich
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korrekt, aber wenn man mal ein bisschen tiefer geht,
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dann kommen noch genau diese Stigmatisierung und Unwissen genauso auch in diesen
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Sprachmodellen raus, wie sie halt leider vorhanden sind.
00:39:51.825
Weil einfach die entsprechenden Datensätze, die inklusiven Datensätze fehlen
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oder einfach genau diese Vorurteile da rein projiziert werden.
00:40:02.705
Und das wünsche ich mir, dass sich die Gesellschaft da viel bewusster wird,
00:40:09.745
was zu tun ist und dass Menschen mit Behinderung einfach einen ganz anderen
00:40:16.425
Stellenwert in dieser Gesellschaft bekommen müssen.
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Diese Ausgabe enthielt also zwei getrennte Gespräche.
00:40:24.745
Einmal einen herzlichen Dank an Frau Schabram und einmal einen herzlichen Dank
00:40:27.865
an Frau Ulrich. Die wichtigsten Links gibt es in unseren Shownotes.
00:40:31.385
Bis dann! Digital Kompass Podcast. Der Podcast, um gemeinsam digitale Barrieren zu überwinden.
00:40:39.025
Herausgeber Deutschland sicher im Netz e.V.
00:40:45.445
Der Digital Kompass Podcast wird ermöglicht durch das Bundesverbraucherschutzministerium.
00:40:51.465
Der Digital Kompass ist ein Verbundprojekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der
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Seniorenorganisationen und von Deutschland sicher im Netz.
00:41:00.745
Weitere Informationen findet ihr unter www.digital-kompass.de.
00:41:06.785
Über Feedback zu diesem Podcast freuen wir uns. Kontakt zu uns und dem Moderator Sascha Lang
In der Podcast-Folge ging es um diese Fragen:
- Was bedeutet digitale Teilhabe und warum ist sie in unserer heutigen Gesellschaft so wichtig?
- Welche sieht es in diesem Zusammenhang mit dem Zugang zu digitalen Geräten und dem Internet aus?
- Welche Rolle spielen soziale Einrichtungen und Bildungsangebote, um digitale Teilhabe für Menschen in Armut zu ermöglichen?
- Was sollte verändert werden auf staatlicher oder wirtschaftlicher Seite, um noch mehr Menschen digitale Teilhabe zu ermöglichen?
- Wie steht es aktuell um die digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Deutschland?
- Wie steht es um kostenfreie Bildungsangebote zum digitalen Kompetenzerwerb für Menschen mit Behinderung?
Links aus dem Podcast:
Feedback
Ihre Anmerkungen und Fragen sowie Lob und Kritik können Sie jederzeit per Mail an podcast@digital-kompass.de richten.

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