Staffel 1, Folge 15Deutscher Seniorentag 2025: Gemeinsam digitale Barrieren überwinden – worauf es ankommt
- Beteiligt: Andreas Bethke (Deutscher Blinden-und Sehbehindertenverband e.V.), Dr. Matthias Müller (Deutscher Schwerhörigenbund e.V.), Ines Hiegemann & Eva Nehse (Digital-Kompass) und Dr. Bernd Leisen (Uni Vechta)
- Erschienen am: 04 Mai 2025
Über die Folge
Folge 15 des Digital-Kompass-Podcasts ist diesmal eine besondere: Wir teilen die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion vom Deutschen Seniorentag mit dem Titel „Gemeinsam digitale Barrieren überwinden – worauf es ankommt“. Mit dabei sind der Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V., der Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V. sowie Mitglieder des Digital-Kompasses. Gemeinsam sprechen sie darüber, wie es aktuell um digitale Barrierefreiheit steht, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten – und welche konkreten Angebote für unsere Zielgruppe wirklich weiterhelfen.
Deutscher Seniorentag 2025: Gemeinsam digitale Barrieren überwinden – worauf es ankommt

Transkript zum nachlesen
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Ich glaube, wir müssen wirklich daran arbeiten, die Bereitschaft zu entwickeln,
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dass wir sagen, wenn wir im Digitalbereich vorankommen wollen,
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dann müssen wir das als Chance begreifen und müssen es von Anfang an in die Prozesse reinkriegen.
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Und das ist, glaube ich, das, was die Hauptaufgabe ist.
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Und dann ist es, glaube ich, echt so, dass wir die verschiedenen Ebenen brauchen,
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dass wir gute Regulierung brauchen, dass wir uns trauen, das auch zu tun.
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Also wir haben in Deutschland da ja immer Manschetten davor,
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aber wenn man sich die angelsächsischen Länder anguckt, da geht es mit Regulierung,
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ohne dass die zugrunde gehen.
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Und wir brauchen, glaube ich, die guten Umsetzungsstrukturen und wir brauchen,
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glaube ich, dann diejenigen, die auch einfordern, also die Zivilgesellschaft.
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Und wir brauchen auch, das haben wir bisher noch nicht so thematisiert,
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im Ausbildungsbereich im Grunde, das ist vielleicht auch sowas,
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wo Wissenschaft mit reinkommt, im Hochschulbereich, aber auch in den IHKs brauchen
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wir auch die Weiterentwicklungen, dass Barrierefreiheit sozusagen einfach mit
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zu den Ausbildungsgängen gehört und dass es Standard wird.
00:01:02.160
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Digitalkompass Podcast Der Podcast, um gemeinsam digitale Barrieren zu überwinden
00:01:11.217
Präsentiert vom Digitalkompass
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Moderator, euer Inklusator Sascha Lang Moin Moin,
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Guten Morgen. Mein Name ist Sascha Lang. Ich begrüße Sie herzlich zu dieser Podiumsdiskussion.
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Es sind zwei geteilt. Im ersten Teil werden wir gemeinsam digitale Barrieren
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überwinden und schauen, worauf es ankommt.
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Im zweiten Teil werden wir dann ein bisschen mehr über die Praxis sprechen. Was steht im Fokus?
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Digitale Barrieren. Wir begegnen sie mittlerweile überall, weil die Digitalisierung
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macht keinen Halt, die geht ganz schnell voran.
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Barrierefreiheit ist aber wichtig und wie wichtig sie in dieser digitalen Welt
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ist, darüber sprechen wir heute.
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Wir werden auch den Fokus auf die Verbraucher werfen. Wie können die Verbraucher
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besser mit der digitalen Welt umgehen?
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Digitale Barrieren überwinden als Gemeinschaftsaufgabe ist dann auch noch ein weiteres Thema.
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Wie kann Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft und die Wirtschaft zusammen funktionieren?
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Und vor allem, welche Rolle spielt dieses großartige Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, welches am 28.
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Juni 2025 in Kraft tritt?
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Welche Rolle spielt dieses Gesetz? und wie kann es uns dabei helfen,
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die digitalen Barrieren abzubauen.
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Dann ist es doch natürlich wichtig, die digitalen Kompetenzen zu vermitteln
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und zu sensibilisieren.
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Dann stellen wir uns natürlich auch die Frage, wie die Rolle der Multiplikatorinnen
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und Multiplikatoren sein wird.
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Und das Ziel dieser Podiumsdiskussion wird sein, die Bedeutung der digitalen
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Teilhabe zu analysieren und natürlich das Projekt Digitalkompass vorzustellen.
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Danke, dass ihr da seid. Danke, dass ihr alle Mobilfunkgeräte ausschaltet.
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Und ja, danke fürs Zuhören und Teilnehmen. Wir haben hier in dieser Runde fünf Gäste.
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Einen sechsten Gast, der wird nichts sagen, liegt zu meiner rechtlichsten schwarzer
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Labrador, der passt nur auf, dass ich kein Blödsinn rede. Das ist mein Führhund.
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Ich habe zu meiner
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Rechten Sitzenden Andreas Beetke,
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er ist Geschäftsführer des Blinden- und Zivilenverbandes Deutschlands.
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Dann auf der rechten Seite von Andreas sitzt Dr.
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Matthias Müller. Er ist Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes.
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Dann zu meiner ganz links sitzt Bernd Leisen.
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Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter von der Universität Vechta.
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Daneben ist Ines Hiegemann.
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Sie ist Projektleiterin Digitalkompass von der BAXO-Service.
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Und zu meiner linken direkt Eva Nese. Sie ist Projektleiterin des Digitalkompass
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beim Deutschland sicher im Netz e.V.
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Jetzt wisst ihr, wer alles bei mir ist ich hätte noch ein paar Minuten Zeit
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ich war schneller als der Plan hier sagt aber wir fangen trotzdem an mit der
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Fragenrunde weil das ist das Wichtigste was wollen wir wissen,
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was wollen wir erfahren und meine erste Frage geht deshalb an Ines und an Eva,
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und zwar die Frage,
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der Digital Kompass Podcast ist ein bundesweites Projekt welches sich für die
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digitale Teilhabe von Menschen mit See-, Hör- und Mobilitätsbeeinträchtigung einsetzt,
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Und man kann wirklich heutzutage sagen, dass dieses Projekt einen großen Zulauf
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hat und ziemlich Zuspruch bekommt.
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Wie ist die Idee für dieses Projekt entstanden, Eva? Oder Ines, wer fängt an?
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Ich würde da mal direkt starten. Ja, der Digitalkompass besteht tatsächlich
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schon jetzt seit zehn Jahren, haben wir kürzlich festgestellt.
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Also wir feiern 2025 zehnjähriges Bestehen in unserer aktuellen Projektphase.
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Also wie du gerade sagtest schon, Sascha, richten wir uns insbesondere auch
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an Menschen mit Hörseh- und Mobilitätsbeeinträchtigung.
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Und dass wir das Projekt in diese Richtung auch entwickelt haben,
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liegt so ein bisschen daran,
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dass wir einfach sehr viel Feedback aus unserem Netzwerk, aus unserem Projekt
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mit den ganzen Ehrenamtlichen, mit denen wir zusammenarbeiten,
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bekommen und dort auch zum Beispiel beim letzten Deutschen Seniorentag eine
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Umfrage gemacht haben. Was sind denn eigentlich die Bedarfe?
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Wir kümmern uns ja sehr um digitale Teilhabe, um digitale Vermittlung von Kompetenzen
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in dem Projekt. Und was ist sozusagen das, was Leute noch möchten, was sie benötigen?
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Und da kam genau diese Idee, dass unser Netzwerk, unsere Zielgruppe gesagt hat,
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wir möchten einfach mehr für Menschen mit Seelhör- und Mobilitätsbeeinträchtigung,
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damit auch diese Menschen eben an der digitalen Welt teilhaben können.
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Wer kann sich an den Digitalkompass
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Wenden und für wen sind die Angebote konkret gedacht und ja auch natürlich aufbereitet?
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Genau, da kann ich gerne mal weitermachen. Der Digitalkompass richtet sich eigentlich an zwei Ebenen.
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Das ist einmal an unsere Multiplikatoren und Multiplikatorinnen,
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unsere Standorte. Das ist ganz unterschiedlich aufgestellt.
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Das sind Organisationen, seien es Vereine, aber auch Seniorenbüros,
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Mehrgenerationenhäuser, Bibliotheken.
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Also wir haben da eine große Bandbreite, in der ehrenamtlich Tätige dann unterwegs
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sind, die wiederum ältere Menschen in die digitale Welt begleiten oder unterstützen.
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Also das ist einmal die Ebene der Organisation und dann sind wir natürlich auch
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bei der Zielgruppe selbst,
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also die Menschen mit höher Seh- und Mobilitätsbeeinträchtigung,
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die dann die Angebote nutzen, die von den Ehrenamtlichen unterstützt werden,
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geschult werden, beraten werden.
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Also die zwei Ebenen nehmen wir auf und man kann natürlich uns auch immer gerne
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kontaktieren, sodass wir dann weiter vermitteln können, Angebote benennen können,
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unsere ganzen Standorte.
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Kleiner Wink hier vielleicht auch gerne zu unserem Stand kommen,
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da kann man das auch nochmal gut sehen.
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Kleine Werbung, Nummer D13 ist der Stand für die, die es jetzt schon mal notieren wollen.
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Du hast bereits jetzt die Standorte angesprochen für den Digitalkompass.
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200 Standorte gibt es mittlerweile in Deutschland. Worum geht es bei diesen Standorten?
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Genau, das sind alles Standorte,
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Die eine Qualifizierung durchlaufen haben. Das werden wir auch im zweiten Teil
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nochmal im Praxisteil sehr ausführlich sehen und hören.
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In den Standorten sind alles geschulte Ehrenamtliche, die ganz unterschiedliche Angebote vorhalten.
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Seien es eins zu eins Beratungen, wenn man konkrete Fragen hat zu,
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wie kann ich denn jetzt das Foto mit meinem Smartphone versenden?
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Kann ich eine Beratung aufsuchen, aber auch schon ganz niedrigschwellig anfangen
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mit den ersten Fragen, vielleicht auch schon zum Kauf.
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Das war zum Beispiel gestern bei uns auch ein Thema am Stand.
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Also wirklich, was hole ich mir und wie gehe ich damit um? Es gibt aber auch
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sowas wie Smartphones Café, also für alle erstmal geöffnete Angebote,
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leicht zugängliche Angebote.
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Dann gibt es Gruppenangebote, wo eben eine Schulung zum Beispiel stattfindet,
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wie nutze ich mein Tablet und das als kleine oder größere Gruppe durchgeführt wird.
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Und dann gibt es noch sehr kreative Angebote, die sehr spannend sind.
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Zum Beispiel eine Schnitzeljagd durch den Zoo mit dem Tablet oder ein Ausflug,
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um die Bahn-App zu testen, um das einmal durchzuspielen.
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Oder wir führen eine Wanderung mit Komoot durch.
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Also eigentlich sind da keine Grenzen gesetzt an der Stelle.
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Hoffen wir, dass die Bahn dann auch fährt, wenn der Ausflug dann passiert.
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Welche Rolle spielen denn die Ehrenamtlichen Engagierten bei diesen Digital-Kompass,
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vor allem beim Digital-Kompass, aber auch natürlich bei diesen Standorten?
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Ja, genau. Also wie Ines schon erwähnt hatte, unsere Standorte sind im Prinzip
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eigentlich auch das Herzstück des Projektes.
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Die sind über ganz Deutschland verteilt, dass man eben einfach regionale Anlaufstellen hat.
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Und die Ehrenamtlichen, die dort aktiv sind, die sind, ja, ohne die würde es
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einfach nicht funktionieren.
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Wir haben heute auch viele Ehrenamtliche da, die uns bei unserem Stand unterstützen,
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das ganz freiwillig und ohne, dass wir sie gefragt haben teilweise.
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Also die sind einfach angereist zum Digital-Kompass-Stand zum Deutschen Seniorentag,
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weil sie das Projekt so toll finden.
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Und wie gesagt, wir sind seit fast zehn Jahren aktiv. Das ist natürlich dann
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auch eine große Verbindung, die man da auch persönlich hat.
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Und ja, es sind häufig auch Ehrenamtliche, die beispielsweise vorher schon im
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IT-Bereich gearbeitet haben und dann sagen, jetzt bin ich in Rente gegangen.
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Jetzt möchte ich aber trotzdem irgendwie noch aktiv sein in dem Bereich und
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einfach vielleicht auch mal ein bisschen mehr mit Menschen arbeiten.
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Oder Leute, die schon per se sich immer für Technik interessiert haben.
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Wir haben aber auch Ehrenamtliche, die sich dann irgendwie total reinfuchsen
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in das Thema plötzlich, weil sie selber mal zu einem Standort gegangen sind,
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Hilfe bekommen haben und dann gesagt haben, ich finde das so klasse,
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ich würde da jetzt gerne auch selber aktiv werden.
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Also wir haben da einfach eine große Fülle an Menschen, die dabei sind und uns
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auch wirklich die Treue halten.
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Und ich glaube, da kann ich für uns alle sprechen, da sind wir auch sehr dankbar
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für. Das ist, glaube ich, nicht selbstverständlich.
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Dankeschön.
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Der Digitalkompass hält viele spannende oder weitere spannende Angebote noch
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bereit rund um digitale Welt.
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Ja, wir sind natürlich ganz neugierig, welche weiteren Angebote das sind.
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Gibt es da konkrete Ideen und welche Materialien stellt ihr auch bereit?
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Da würde ich jetzt einfach mal ergänzen. Genau, ja, wir haben ein großes,
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neben den Standorten haben wir ganz viele Printmaterialien, also Anleitungen,
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Schritt-für-Schritt-Anleitungen,
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wie man beispielsweise die besagte Deutsche Bahn App nutzt oder Videokonferenzsysteme,
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E-Mail-Programme, aber auch Handreichungen, wie man sozusagen in die digitale Welt findet.
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Wir haben einen tollen Podcast. Der Moderator ist auch heute anwesend.
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Sascha Lang ist unser Moderator. Einmal im Monat kommt da eine Folge zu verschiedenen digitalen Themen.
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Immer auch mit dem Bezug Barrierefreiheit, digitale Barrierefreiheit natürlich.
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Und ja, wir haben tolle Online-Veranstaltungen, wo es auch viele Kooperationspartner
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gibt, die ihr Wissen quasi in kleine Online-Runden reintragen.
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Genau, viele Serviceartikel auf unserer Webseite. Also sozusagen das Portfolio
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ist relativ breit an digitalen und lokalen Angeboten.
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Und diese Podiumsdiskussion wird übrigens auch als Podcast erscheinen am 15.
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April. Kleine Werbung am Rande.
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Wie wichtig ist beim Digitalkompass der Austausch und die Zusammenarbeit mit
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anderen Organisationen, die sich auch für digitale Teilhabe einsetzen, diese Vernetzung?
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Wie wichtig ist das?
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Die ist sehr wichtig. Ein Angebot, was ich noch gerne ergänzen möchte,
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wo wir aber auch im Praxisgespräch drauf zu sprechen kommen,
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sind natürlich unsere digitalen Lerntandems, wo wir ganz eng mit der Universität
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Vechter zusammenarbeiten.
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Der Bernd Leisen ist heute auch da von der Universität, wo Studierende sich
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zusammen mit Älteren zusammenschalten digital und dann auch über mehrere Wochen
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sich digitalen Themen zusammen widmen und sozusagen da auch ganz eng zusammenarbeiten.
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Und die Zusammenarbeit, die ich gerade schon erwähnt hatte, zum Beispiel in
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unseren Online-Runden, da arbeiten wir mit der BaFin, dem BSI,
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dem Europäischen Verbraucherzentrum zusammen.
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Die kommen eben alle in unsere Online-Veranstaltungen und geben da ihr Wissen
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sozusagen preis und das ist natürlich ganz toll und allein schon im Projekt.
00:12:25.371
Wir haben heute alle sozusagen da.
00:12:27.871
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband ist ja Partner,
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die Universität Fechter, wie eben schon erwähnt und der Deutsche Schwerhörigenbund.
00:12:34.171
Also ohne die Expertise auch aus den einzelnen Verbänden wäre dieses Projekt nicht möglich.
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Also das zeigt, glaube ich, auch wieder, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedenster
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Partner ist. Denn nicht einer kann immer alles wissen und beisteuern.
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Kommen wir dann zu diesen Partnern. Andreas Bethke und Dr.
00:12:49.531
Matthias Müller sind zwei Vertreter der Partner vom Deutschen Schwierigenbund
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und vom Deutschen Linus-Hebran-Verband.
00:12:56.376
Ja, an euch beide zuerst die Frage.
00:12:58.196
Andreas, fange ich mit dir an. Welche digitale Barrieren erleben ältere Menschen
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mit Seheinschränkungen im Alltag?
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Und wie wirken die sich auf die Lebensqualität aus?
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Ja, wir haben ja so ein bisschen das Thema digitale Teilhabe und Menschen stärken
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gerade jetzt so ein bisschen behandelt.
00:13:18.356
Und jetzt ist es so, wenn wir uns Gedanken machen, was bedeutet das für Menschen
00:13:22.776
mit Seheinschränkungen?
00:13:24.476
Dann ist es halt so, dass bei einer Seheinschränkung man erst mal Probleme hat,
00:13:28.636
Gesichter zu erkennen, Sozialkontakte zu pflegen,
00:13:32.596
im Grunde auch lesen zu können, dann auch sowas wie Mobilität auch hinzubekommen.
00:13:41.336
Und da ist es natürlich so, dass wenn ich jetzt digitale Angebote habe,
00:13:44.156
ist das ja eigentlich eine Chance zu sagen,
00:13:46.256
so, damit kann ich die Seheinschränkung auch zum Teil überwinden und kann mir
00:13:50.296
andere Zugänge oder kann mir die Beeinträchtigungen teilweise über digitale Wege überwinden.
00:13:58.096
Und andererseits kann ich natürlich sagen, wenn ich diese Chance nicht ergreife,
00:14:00.896
dann bin ich nicht nur sozusagen in der analogen Welt ausgeschlossen und habe
00:14:05.096
da Schwierigkeiten, sondern da bin ich eigentlich ganz abgetrennt sozusagen
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von den Teilhabemöglichkeiten, weil mir dann halt auch der digitale Bereich
00:14:11.996
nicht zur Verfügung steht.
00:14:13.661
Also kann man so sagen,
00:14:15.241
Dass wenn wir uns jetzt über die Möglichkeiten Gedanken machen und auf welche
00:14:21.581
Schwierigkeiten stoße ich dabei, das sind so Dinge, die eigentlich im Leben allgemein auch gelten.
00:14:27.981
Also wie ist es eigentlich, wenn ich die digitale Welt mir anschaue mit Kontrasten,
00:14:32.401
mit Schriften, wie strukturiert sind denn eigentlich die digitalen Informationen?
00:14:36.601
Gibt es eine Vorlesefunktion?
00:14:38.961
Gibt es Untertitel? Gibt es Bildbeschreibungen? Ist sowas wie Mehrsinne,
00:14:42.561
Prinzip berücksichtigt?
00:14:43.841
Das sind dann so Dinge, die eigentlich, für die wir heute Standards haben,
00:14:48.121
von denen wir wissen, ja, damit kann man umgehen.
00:14:50.381
Aber wenn sie halt nicht berücksichtigt sind, dann ist es halt so,
00:14:54.521
dass ich sowas wie, was wir vielleicht heute kennen, wenn ich Termine abmachen
00:14:59.561
muss für meinen Arztbesuch über Dr.
00:15:02.801
Lib, nicht barrierefrei, dann kann ich das halt nicht bedienen.
00:15:05.801
Wenn ich E-Books nutzen will und die Menüs einfach nicht für mich benutzbar
00:15:10.201
sind, dann kann ich das nicht machen.
00:15:12.261
Wenn die Online-Shops, wo man einkaufen kann, wenn die nicht so gestaltet sind,
00:15:17.301
dass ich Dinge auch in die Warenkörbe lege, dass ich sie finde,
00:15:20.281
dann kann ich die nicht nutzen.
00:15:22.021
Also man kann im Grunde sagen, dass der ganze Bereich, der uns ja heute digital
00:15:26.261
offen steht, dass wenn der nicht nutzbar ist, dann bin ich natürlich als Mensch
00:15:29.901
mit einer Seheinschränkung nochmal einen Tick mehr ausgeschlossen,
00:15:33.781
als dass Menschen eh sind.
00:15:34.821
Und dann geht das ja auch dahin, dass wir vielmehr im Behördenbereich auch Anträge
00:15:40.321
heute ausfüllen müssen und sowas.
00:15:41.781
Und all die Dinge müssen natürlich so gestaltet sein, dass sie halt Menschen nicht ausgrenzen.
00:15:46.261
Dann ist das eine riesige Chance und passiert das nicht.
00:15:49.121
Dann ist das halt eine vergebene Chance.
00:15:51.741
Dann ist es halt so, dass ich halt Teilhabe für ganz viele, gerade alte Menschen,
00:15:55.541
nicht zugänglich mache, weil wir ja wissen, der ganze Bereich der Sinnesbeeinträchtigungen,
00:16:01.021
der tritt ja besonders im Seniorenbereich auf.
00:16:04.301
Insofern finde ich, sind wir heute hier auch ganz richtig und ist es super,
00:16:08.061
dass es auch dieses Projekt gibt, über das wir heute auch sprechen,
00:16:11.741
Menschen zu helfen, im Grunde den Zugang zur digitalen Welt zu finden,
00:16:15.461
auch wenn sie eine Sinnesbeeinträchtigung haben.
00:16:18.630
Dr. Matthias Müller, wenn wir von Barrieren sprechen,
00:16:21.170
Manchmal, wenn wir über Gebäude sprechen, fällt der erste Begriff Rollstuhlfahrer.
00:16:25.050
Wenn wir über digitale Barrieren sprechen, kommt den meisten immer Menschen
00:16:28.450
Sehbehinderung und Blind in den Sinn.
00:16:30.570
Allerdings gibt es auch digitale Barrieren für hörbeeinträchtigte Menschen.
00:16:35.430
Inwiefern sind diese Barrieren da, bei älteren Menschen vor allem?
00:16:38.630
Und wie wirken die sich dann auch auf den Alltag aus?
00:16:41.970
Ja, es ist vielleicht ein zweischneidiges Schwert, was man hier beachten muss.
00:16:50.550
Ohne Digitalisierung in der heutigen Welt kann man schon fast sagen,
00:16:54.930
kommt keiner mehr zurecht.
00:16:56.590
Wenn man aber weiß, dass Hörbeeinträchtigte eben ein Kommunikationsproblem haben, Das heißt,
00:17:04.790
dass Sie schon, wie Andreas Bietke eben gesagt hat, im alltäglichen Umgang Ihre Probleme haben.
00:17:13.250
Einmal, dass Sie selbst eine Barriere überwinden müssen, indem Sie bereit sind,
00:17:18.730
sich diesen neuen Dingen zu stellen.
00:17:21.050
Dass sie eben auch eine Identität zu ihrer Beeinträchtigung finden,
00:17:26.430
indem sie sagen, tut mir leid, habe ich nicht richtig verstanden oder was hatten sie gemeint,
00:17:32.530
dass also der Weg der Kommunikation eindeutig wird und wenn dann noch diese
00:17:38.790
Chance der Digitalisierung hinzukommt,
00:17:41.850
aber eben mit dieser Kommunikationsbeeinträchtigung verbunden ist,
00:17:46.690
dann wird es noch schwieriger, weil man dann sagen muss, was muss ich da erlernen,
00:17:54.110
was muss ich mir aneignen, welche Qualifikation muss ich erreichen,
00:17:58.390
damit ich es nutzen kann.
00:18:00.464
Sie wissen, wie schwierig es ist, wenn hörgeschädigte Menschen auf dem Bahnhof
00:18:04.204
eben die Durchsage nicht verstehen und damit nicht wissen,
00:18:08.264
weil der Zug irgendwo auf einen
00:18:10.324
anderen Bahnsteig einfährt und damit nicht diesen mehr nutzen können.
00:18:15.664
Oder, dass zwar App-Angebote schön und gut sind, aber wenn ich nicht den Hintergrund
00:18:22.444
und damit die Möglichkeit, Sie hatten das ja schön erläutert mit Handlungsanleitung, dann verstehe.
00:18:30.464
Dann nützt mir die ganze App nichts.
00:18:32.924
Und so denken wir, dass wir unsere Hörgeschädigten einmal aktivieren müssen,
00:18:37.804
dass sie sich diesen neuen Herausforderungen stellen.
00:18:40.644
Umgekehrt aber auch allen Anbietern auf dem digitalen Markt sagen müssen,
00:18:46.024
bitte bedenkt die Besonderheiten für Hörgeschädigte und setzt euch mit diesen
00:18:52.484
Besonderheiten auch auseinander.
00:18:54.624
Deswegen ist es uns in diesem Projekt ja so wichtig gewesen,
00:18:57.684
dass wir die Multiplikatoren, von denen Sie gesprochen haben,
00:19:00.684
eben geschult haben, darauf hingewiesen haben,
00:19:04.084
Wie schwierig es ist, wenn jemand
00:19:06.304
sich eben einem Hörgeschädigten in einer Schulung, in einer Anleitung,
00:19:12.564
in einer Offenlegung, sage ich mal, des Angebots dann nähern will und nicht
00:19:18.644
versteht, welche Einschränkungen er mitbringt.
00:19:22.164
Und das, denke ich, geht und das ist hier ebenfalls auch schon angedeutet worden von meinen Vorrednern.
00:19:27.684
Dass es nur in diesem Netzwerk, in diesem Zusammenwirken aller geht.
00:19:31.984
Und deswegen sind wir auch so froh, dass es dieses Digital-Kompass-Projekt gibt
00:19:36.784
und dass wir da unsere, ich sag mal,
00:19:40.304
Einfachkompetenzen als Hörgeschädigte einbringen können, aber auch die Sensibilität
00:19:46.824
damit bei den anderen Partnern erreichen können.
00:19:49.895
Wie können wir denn digitale Angebote besser auf die Bedürfnisse jetzt zum Beispiel
00:19:53.815
der höhereinträchtigten Menschen abstimmen?
00:19:56.695
Gibt es da Ideen, wie man das besser machen kann?
00:19:59.235
Es fängt schon an, der Andreas hatte diesen Begriff schon erwähnt, mit der Untertitelung.
00:20:05.555
Also wie gut ist die Untertitelung und wie gut wird in der Untertitelung?
00:20:09.895
Das widerspiegelt im Inhalt und im Ausdruck, was wir da erreichen wollen.
00:20:14.535
Und dort fängt es schon an, dass es eben bestimmte Probleme gibt.
00:20:19.895
Bestimmt sind viele von Ihnen hier im Raum, die sagen, ach, da gibt es doch
00:20:24.055
jetzt auch die KI und da gibt es doch durch die künstliche Intelligenz viele
00:20:28.315
technische Lösungen, die das bringen wollen.
00:20:30.575
Aber bitte überlegen Sie mal, was gehört für eine gute Kommunikation, die Sie führen dazu.
00:20:37.155
Mimik, Gestik, das Gegenüber wahrnehmen und auch erfassen, was ausgedrückt wird,
00:20:42.495
wie es ausdrückt. Und das alles ist in diesem, jetzt sage ich mal,
00:20:46.695
künstlichen, vermittelnden Information dann nicht mehr vorhanden.
00:20:51.655
Deswegen sagen wir immer, viel technischer Fortschritt, ich sage es nochmal,
00:20:57.695
Schlagwort Digitalisierung ist gut, aber sie kann nicht das menschliche Miteinander
00:21:02.955
und das Konkrete im Einzelfall umsetzen, also ersetzen.
00:21:13.415
Andreas, bei den Menschen, die mit Seheinschränkungen leben,
00:21:17.355
ist natürlich auch dieselbe Frage.
00:21:19.255
Wie können digitale Angebote besser abgestimmt werden oder angepasst werden?
00:21:24.671
Also zum einen ist es ja so, dass wir technische Standards haben.
00:21:28.051
Es geht eigentlich auch darum, diese auch wirklich einzusetzen.
00:21:32.071
Also den Rahmen im Grunde, den wir haben, die Qualität, die wir haben,
00:21:35.631
auch wirklich umzusetzen.
00:21:36.751
Und dann gibt es natürlich aber darüber hinaus auch eine ganze Menge,
00:21:39.651
ich sage mal jetzt von Hilfen, die wir einsetzen können.
00:21:44.171
Wir sind, weil digitale Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen
00:21:48.831
einfach was Grundsätzliches ist, mit ganz vielen Projekten in diesem Bereich
00:21:52.391
unterwegs. Und wir haben beispielsweise eine Webseite geschaltet,
00:21:57.771
die heißt leserlich.info.
00:21:59.191
Da kann man sich über Kontraste und über Schriften informieren,
00:22:02.071
damit spielen, schauen, wie man das Ganze barrierefrei hinbekommt.
00:22:06.271
Wir haben einige Standards entwickelt, wie man im Social-Media-Bereich und im
00:22:11.791
Bereich der Videos mit einfachen Grundregeln es schaffen kann,
00:22:15.991
mehr Barrierefreiheit hinzukriegen.
00:22:17.631
Und wir sind im Moment dabei, ja auch, ich sag mal jetzt für die Macher,
00:22:22.851
für die, die programmieren, eine Online-Publikation zu entwickeln,
00:22:26.891
damit man einfach dort das Wissen noch verbessert, wie ich es programmieren
00:22:29.911
muss, damit es barrierefrei wird.
00:22:32.631
Naja, und dann ist es natürlich so, dass wir halt auch versuchen,
00:22:36.371
Bei den Umsetzern, sag ich mal so, bei denen dafür zu werben und mit denen ins
00:22:42.251
Gespräch zu kommen, damit Barrierefreiheit besser umgesetzt wird.
00:22:46.031
Wir werden jetzt in Zukunft, wenn wir Anträge ausfüllen müssen,
00:22:48.651
mit der Möglichkeit auch umgehen können, dass wir uns ausweisen müssen,
00:22:54.591
elektronischer Ausweis.
00:22:57.031
Und im Gespräch mit den Ministerien kriegen wir halt mit, dass es von Anfang
00:23:02.451
an nicht bedacht worden ist, Barrierefreiheit da wirklich mit umzusetzen,
00:23:05.971
sodass das jetzt nachträglich hinzukriegen ein ziemlicher Aufwand ist und sodass
00:23:10.531
wir im Grunde im Bereich der Interessenvertretung uns jetzt damit rumschlagen müssen,
00:23:14.991
dass wir sagen, liebes Ministerium, jetzt musst du halt leider noch mal grundsätzlich
00:23:18.731
dran und musst im Grunde bei den Weiterentwicklungen ja viele Schritte zurückgehen,
00:23:25.311
wieder neues Geld, neues Know-how in die Hand nehmen, um weiterzukommen.
00:23:28.171
Wir müssen in die Prozesse von Anfang an reinkriegen, dass Barrierefreiheit mitgedacht wird.
00:23:33.071
Eigentlich der Standard, den wir immer haben.
00:23:35.871
Und wenn wir das tun, dann ist das gar kein besonderer großer Aufwand.
00:23:40.171
Ist das Sensibilisierung? Ist das Gesetzgebung? Wie kriegt man denn diesen Gedanken,
00:23:45.931
dass Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht wird? Wie kriegt man das vielleicht besser hin?
00:23:50.151
Weil wenn man wieder Geld in die Hand nimmt, dann ist natürlich das Argument,
00:23:52.891
die Barrierefreiheit wird teuer, kann man nachvollziehen, ist nicht richtig,
00:23:56.591
aber wie kann man diesen Automatismus schaffen?
00:23:59.636
Also gerade im Digitalbereich ist es ja so, dass ich gar nicht so viel investieren muss, muss ich sagen.
00:24:04.556
Wenn ich das von Anfang an in den Köpfen habe, dann ist das eine Geschichte,
00:24:08.696
ist ja ganz anders, als wenn ich was umbauen muss oder neu bauen will oder sowas,
00:24:12.456
ist eigentlich viel einfacher.
00:24:14.536
Ja, wir brauchen einmal Gesetze, wir brauchen Rahmen, wir brauchen tatsächlich
00:24:17.876
die Vorgaben, dass es auch umgesetzt wird.
00:24:21.456
Dann brauchen wir aber auch die Instrumente, dass es klappen kann.
00:24:25.336
Wir haben zum Beispiel mitgewirkt jetzt bei einer Arbeitsgruppe auf der Bundesebene,
00:24:31.916
dass wir Bausteine für Ausschreibungen entwickelt haben, damit bei Ausschreibungen
00:24:37.016
das Thema Barrierefreiheit besser berücksichtigt werden kann,
00:24:41.276
als das bisher der Fall ist.
00:24:43.696
Oder es ist so, dass es eigentlich Überwachungsstellen für Barrierefreiheit
00:24:47.336
gibt im Bund, in den Ländern.
00:24:50.276
Leider ist es aber so, dass wenn die Berichte machen, dass die es nicht so machen,
00:24:53.796
dass sie sagen, so, da gibt es gute Beispiele, davon kann man lernen,
00:24:57.236
sondern einfach wird alles aufsummiert und sozusagen an die EU vorschriftsmäßig gemeldet.
00:25:01.956
Wenn wir heute über Bürokratieabbau reden, dann würde ich echt sagen,
00:25:05.136
auf der Ebene ist so eine Meldepflicht völliger Blödsinn, weil du eigentlich
00:25:08.696
nichts daraus lernen kannst.
00:25:09.776
Wenn ich aber Positivbeispiele rausziehen würde und sagen würde so,
00:25:14.816
das Land X macht es gut, die Kommune Y, die macht so und das sind Dinge,
00:25:18.856
da wird es optimal umgesetzt, dann würde ich natürlich auch die kommunizieren
00:25:23.016
müssen, die es nicht optimal umsetzen, aber ich würde was draus ziehen können.
00:25:26.656
Wir müssen, finde ich, einfach mutiger sein, auch Positivbeispiele und wo läuft
00:25:30.976
es nicht, dann auch benennen zu können und das, was wir an Strukturen schon
00:25:34.556
haben, besser nutzen. Naja, und da musst du blinde Sehbehinderte.
00:25:40.636
Und da musst du natürlich die Menschen, um die es geht, mit einbeziehen.
00:25:43.376
Das ist natürlich auch immer noch so eine Geschichte, dass wir echt sagen,
00:25:46.256
nehmt die Expertise, wie Matthias Müller eben schon gesagt hat,
00:25:49.876
der Menschen mit Schwierigkeit, mit Gehörlosigkeit, mit Blindheit,
00:25:53.436
Sehbehindung einfach mit.
00:25:54.876
Da hast du mir schon fast die nächste Frage vorabgenommen. Der Deutsche Blindheit
00:25:59.256
und Sehbehindung ist ja ein Selbstvertreterverband, würde ich sagen.
00:26:02.236
Kann man ja definitiv sagen.
00:26:04.136
Ihr setzt euch bundesweit für Menschen ein, die von Sehbehindungsbetroffen sind,
00:26:08.716
aber auch von Seelfeluss bedroht sind.
00:26:10.516
Wie wichtig ist denn hier das Feedback und die Teilnahme an der Entwicklung
00:26:15.136
der Betroffenen für digitale Angebote zu verbessern, der Einfluss, wie wichtig ist der?
00:26:21.044
Also wenn wir sagen, wir müssen eigentlich das Thema Barrierefreiheit in die
00:26:24.144
Prozesse von Anfang an reinkriegen, dann brauchst du dafür ja sowas,
00:26:29.184
was man in angelsächsischen Ländern Accessibility-Teams nennt,
00:26:33.724
die eigentlich in den Unternehmen mit integriert sein können.
00:26:36.704
Da haben wir ja leider gerade eine sehr negative Entwicklung in den USA,
00:26:40.264
wo vieles von dem zerschlagen wird, was da entstanden wird.
00:26:43.364
Und wo wir das noch nicht haben, da muss ich natürlich dann die Expertise,
00:26:47.184
ich sag mal der Verbraucherinnen und Verbraucher, um die es geht, einbinden.
00:26:50.504
Deshalb haben wir so Sachen gemacht, dass wir gesagt haben, okay,
00:26:53.324
wenn wir jetzt bei ganz vielen Webseiten der öffentlichen Hand Meldemöglichkeiten
00:26:58.904
haben, das ist aber barrierefrei, das ist aber nicht barrierefrei, dann machen wir das.
00:27:02.924
Und wir haben einfach mit einem Projekt ganz viele Barrieren gemeldet und gesagt,
00:27:08.424
Leute, das müsst ihr ändern.
00:27:09.764
Oder wir sind dabei, ein Userpool, nennen wir das, aufzubauen von Menschen,
00:27:15.004
die jetzt nicht auf technische Barrierefreiheit prüfen, sondern die zur Verfügung stehen,
00:27:19.764
wenn Behörden, wenn Unternehmen gerne sagen, so wir möchten aber wissen,
00:27:23.724
wie müssen wir unsere Dienstleistungen, unsere Produkte entwickeln,
00:27:27.424
dann helft uns, beratet uns dabei, dann machen wir das und stehen zur Verfügung.
00:27:31.204
Sagen aber auch Freunde, ihr müsst aber im Grunde auch schauen,
00:27:33.684
dass ihr das implementiert.
00:27:35.504
Oder wir versuchen zu schulen im Bereich der öffentlichen Hand.
00:27:39.884
Beispielsweise haben wir gerade ein Programm, die schwerbehinderten Vertrauensleute
00:27:42.864
zu schulen, zum Thema einfach digitale Barrierefreiheit.
00:27:47.004
Und naja, das wird im Privatbereich dann jetzt auch noch mehr kommen.
00:27:51.004
Kriegen wir ja schon ganz viel mit, kommen wir bestimmt auch noch dazu,
00:27:53.804
wenn es um das Thema Barrierefreiheitsstärkungsgesetz geht.
00:27:56.364
Also ich glaube, dass wir diesen Input einfach der betroffenen Seite ganz extrem
00:28:00.004
im Moment brauchen, weil wir das noch nicht implementiert haben.
00:28:02.924
Ich sage mal, in den Bereichen, die letztlich die Entwicklungen machen.
00:28:07.464
Herr Dr. Müller, wie ist das denn bei den höher beeinträchtigten Menschen?
00:28:10.364
Wie viel Feedback ist dann notwendig und wichtig und wie werden die eingebunden da?
00:28:15.868
Ich denke, ganz wichtig ist, dass wir auf diesen Ebenen, in denen wir als Schwerhörige tätig sind,
00:28:22.388
Also Bundesebene, Länderebene, aber auch vor Ort, immer wieder unsere Vertreter animieren und sagen,
00:28:29.948
ihr müsst aufklären, ihr müsst die Information rüberbringen,
00:28:33.708
welche technischen Hilfen sind für Hörbeeinträchtigte notwendig und wie kommen die dann zum Einsatz.
00:28:40.208
Das heißt, Theorie ist auch gut, aber dann, Andreas hat es zum Teil schon angedeutet,
00:28:46.108
auch sind die praktischen Erfahrungen wichtig.
00:28:48.288
Dass man also ganz deutlich mal in solchen, ich sag mal, Initiativgruppen,
00:28:55.328
egal auf welcher Ebene, sich dann an die Anbieter heranwagt und sagt,
00:29:01.188
nun testet mal, wie es ist, wenn man als Hörbeeinträchtigter das und das falsch
00:29:07.208
versteht oder eben nicht so wahrnehmen kann.
00:29:09.848
Und welche Auswirkungen es hat.
00:29:12.288
Sie alle wissen hier im Raum, die Selbsterfahrung ist immer das Beste,
00:29:17.688
ich hätte fast gesagt Heilmittel, was es gibt.
00:29:20.728
Und jeder, der mit einer besonderen Sache betroffen ist, kann dann sagen,
00:29:26.168
ja, jetzt weiß ich, wie das ist.
00:29:28.508
Also probieren Sie nur mal mit solchen Gehörstäpsel sozusagen im Alltag sich
00:29:35.168
zu bewegen und dann festzustellen, was kann da alles schief gehen.
00:29:39.848
Und deswegen haben wir auch im Deutschen Schwerhörigenbund eine Facharbeitsgruppe
00:29:46.908
Technik gebildet, die sich eben dieser Herausforderung stellt.
00:29:50.108
Das heißt, die dann ganz konkret mit den technischen Notwendigkeiten,
00:29:56.788
und da gibt es ja Gott sei Dank heute viele für Hörbeeinträchtigte,
00:30:01.568
dann auf Digitalanbieter zugeht und sagt, hier, das muss eine Symbiose werden,
00:30:07.028
das muss ein Zusammenwirken geben.
00:30:08.828
Und dann können wir auch was Positives zum Nutzen beider Seiten bringen.
00:30:14.428
Und ich denke, wenn wir dann ab Sommer auch die Privaten in dieser Richtung
00:30:20.088
Barrierefreiheit noch mit einbeziehen können und dort auf die Angebote mit gesetzlichem
00:30:25.728
Hintergrund einwirken,
00:30:27.288
dann kommen wir da auch nochmal einen Schritt weiter. Wir haben es
00:30:29.968
Gerade schon ein bisschen angesprochen, 2025 ist ein wichtiges Jahr.
00:30:33.568
Dann wird das berühmt-berüchtigte Barrierefreiheitsstärkungsgesetz,
00:30:38.208
schwieriges Wort, mit viel Inhalt, aber auch vielen Freiräumen noch,
00:30:43.588
welches die kommerziellen Anbieter von Produkten und Dienstleistungen dazu verpflichten
00:30:48.028
soll, Barrierefreiheit zu werden, wird dann in Kraft treten.
00:30:51.148
Welche Bedeutung hat dieses Gesetz in der Praxis für digitale Barrierefreiheit, Herr Müller?
00:30:57.683
Ich denke, dass wenn es gut umgesetzt wird, schließt es einfach solche weißen
00:31:03.423
Flecken oder Lücken, die es noch gibt, wo wir an Grenzen stoßen,
00:31:07.743
weil eben bislang private oder kommerzielle Anbieter an der Stelle sich herausnehmen
00:31:13.903
konnten oder zurücknehmen konnten.
00:31:16.043
Und ich hätte fast jetzt gesagt, eine Begründung fanden, warum eben dort und
00:31:20.923
da die Barrierefreiheit nicht funktioniert oder noch nicht vorhanden ist.
00:31:24.583
Dort hoffen wir sehr, dass es mit diesem neuen Gesetz uns die Handhabe gibt,
00:31:30.843
dann Dinge durchzusetzen und anzupacken.
00:31:34.083
Und das setzt auch, wie eben mehrfach schon jetzt erläutert,
00:31:38.123
voraus, dass wir unsere eigenen Strukturen erstmal darüber aufklären,
00:31:43.003
motivieren und auch ausstatten mit dem notwendigen inhaltlichen Wissen,
00:31:49.243
damit sie dann herangehen können.
00:31:50.763
Denn auch hier, Sie wissen alle, dort wo ich nichts weiß, wäre ich auch ganz
00:31:55.243
schnell irgendwo isoliert und in eine Ecke gedrängt und sage,
00:31:59.703
das brauche ich nicht zu berücksichtigen.
00:32:01.623
Und das widerspricht dem gesamten Inklusionsgedanken, auch da brauchen wir,
00:32:06.343
denke ich, nicht zu diskutieren.
00:32:08.223
Und wenn wir eben von dieser einheitlichen Anwendung der Barrierefreiheit in
00:32:15.683
der Digitalisierung auch sprechen, dann brauchen wir hier diese Anbieter mit im Boot.
00:32:20.803
Wir merken, Andreas, in der Gesellschaft bei den Unternehmen,
00:32:25.123
die jetzt von diesem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betroffen sind,
00:32:28.343
eine gewisse Unruhe fängt an.
00:32:30.183
Man weiß ja schon seit 2021, dass es kommt, aber so wie mit dem Datenschutzgesetz
00:32:35.803
zwei Tage vor Torschluss fängt man an, Panik zu entwickeln.
00:32:40.103
Das ist in diesem Fall auch ein bisschen so. Man merkt eine gewisse Unruhe und
00:32:44.163
trotzdem dürfen wir sagen, dass wenn dieses Gesetz jetzt in Kraft tritt,
00:32:48.303
dann ist noch lange nicht Sommer, wenn das Kalender das ergibt.
00:32:53.443
Also das ist nicht unbedingt das…
00:32:55.919
Ja, wie soll man das sagen?
00:32:57.139
Das ist nicht unbedingt dann, schwupps, dann haben wir Barrierefreiheit und
00:32:59.739
wir sind alle glücklich.
00:33:00.719
Aber trotzdem, wie wichtig ist das Gesetz und wie wichtig ist das schon mal
00:33:04.459
ein Schritt in die gute Richtung, wobei das Gesetz jetzt schon wieder reformiert werden müsste?
00:33:09.139
Ja, es ist ein Schritt. Aber so entwickelt sich ja unsere Gesellschaft.
00:33:13.079
Wir sind ja heute oft so unterwegs, dass wir sagen, das ist aber was,
00:33:16.079
das finden wir jetzt aber nicht richtig.
00:33:17.719
Ruf doch mal beim Minister an und dann muss sich das ändern und sowas.
00:33:20.519
Und unsere Gesellschaft ist eine, die auf Aushandlungsprozessen beruht und deshalb
00:33:24.679
geht es halt Schritt für Schritt weiter.
00:33:26.219
Und ich finde, dass wir schon ein bisschen runterkommen müssen von dieser Geschichte
00:33:29.159
immer, was Person X gerade jetzt möchte oder Y oder sowas und dass irgendjemandem
00:33:33.699
sagt, da muss das morgen passiert sein und wenn es nicht passiert ist,
00:33:36.679
dann funktioniert Demokratie nicht.
00:33:38.079
Also das ist, finde ich, schon etwas, was man auch mal echt,
00:33:40.639
finde ich, so ein bisschen wieder in den Diskurs, ins öffentliche Gespräch bringen muss.
00:33:46.639
Dass es halt so ist, dass wir unsere Gesellschaft so entwickeln,
00:33:50.979
dass sie halt sich aufgrund von komplizierten Aushandlungsprozessen entwickeln.
00:33:55.899
Und wenn ich mir jetzt aber das anschaue, was da kommt, dann ist es halt schon
00:33:58.959
so, dass wir damit jetzt echt endlich mal einen Bereich erobern,
00:34:02.279
naja, wo wir Menschen auch unterwegs sind.
00:34:03.939
Wir sind halt nicht nur auf öffentlichen Webseiten oder irgendwie sowas unterwegs,
00:34:08.199
sondern wir haben mit Finanzdienstleistungen zu tun. Wir lesen vielleicht E-Books.
00:34:12.939
Wir haben damit zu tun, dass wir Online-Shops nutzen.
00:34:16.439
Wir haben mit Bezahlterminals in irgendwelchen Supermärkten oder sonst wo zu tun.
00:34:20.879
Und das ist halt der Einstieg mit diesem
00:34:22.959
Gesetz jetzt, dass dort auch mehr Barrierefreiheit umgesetzt werden muss.
00:34:26.679
Jetzt ist es dann auch wieder so, dass es viele Ausnahmen gibt für Kleinbetriebe
00:34:29.919
und sowas oder dass manches gar nicht umfasst ist wie Haushaltsgeräte und sowas.
00:34:34.519
Kann ich alles sagen, insofern ist es auch wirklich nur ein Schritt.
00:34:37.819
Aber das Entscheidende ist, finde ich, dass wir jetzt voran machen und dass
00:34:41.959
wir da gute Instrumente entwickeln.
00:34:45.319
Na, das ist Wirtschaft jetzt, da wird es eine Marktüberwachung geben,
00:34:48.059
dann werde ich die Möglichkeit haben, als Mensch mich dorthin zu wenden und
00:34:51.019
zu sagen, diese Produkte, die entsprechen aber gar nicht den Vorschriften.
00:34:55.179
Dann heißt es aber, dass wir im Grunde die Menschen, um die es geht,
00:34:58.139
erst mal informieren müssen, ja, was könnt ihr eigentlich verlangen?
00:35:01.279
Das finde ich ist einmal eine Aufgabe für uns viele Organisationen,
00:35:04.939
aber auch, ganz ehrlich, für den Verbraucherschutz, sich weiter zu entwickeln,
00:35:08.719
allgemein in diese Richtung.
00:35:09.919
Um die Verbraucherinnen und Verbraucher sozusagen bewusst auch so im Grunde
00:35:15.099
zu begreifen, dass da halt behinderte Menschen dazu gehören.
00:35:18.039
Und insofern finde ich, ist das eigentlich ein guter Aufschlag,
00:35:22.099
den wir haben, uns gesellschaftlich da echt weiterzuentwickeln.
00:35:25.239
Aber es wird die Initiative auf allen Ebenen brauchen.
00:35:29.059
Standards sind noch nicht alle fertig. Die Instrumente, ich sag mal,
00:35:33.119
im politischen Bereich, die werden entwickelt werden müssen.
00:35:36.399
Die Wirtschaft braucht es und uns Organisationen braucht es auch.
00:35:41.246
Herr Müller, Zusammenwirken aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Unternehmen
00:35:45.426
ist bei diesem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ja schon mal ein Phänomen,
00:35:49.206
ist aber bei der digitalen Teilhabe sehr wichtig. Wie wichtig aus Ihrer Sicht?
00:35:53.986
Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass es jetzt eben darum geht,
00:35:59.146
dass dieser Partner, der privaten oder kommerziellen,
00:36:02.886
mit einbezogen wird, dass sie also nicht mehr am Rande stehen oder aus irgendwelcher
00:36:07.826
Argumentation heraus sich zurücknehmen können, sondern jetzt verpflichtet werden.
00:36:12.526
Und Andreas hat eben in der Aufzählung schon darauf hingewiesen,
00:36:16.666
dass es vor allen Dingen auch die Überwachungsstellen dann wissen müssen,
00:36:20.546
dass sie jetzt herangehen können an diese Partner und von denen das verlangen.
00:36:25.066
Und dass wir aber eben auch durch, ich hatte vorhin gesagt, In-Hausschulung
00:36:31.086
sozusagen unsere Leute dahingehend befähigen, dass sie sich auch dieser Herausforderung
00:36:37.446
stellen und das durchsetzen.
00:36:39.046
Und eben diese Partner auch für sich gewinnen in diesem Netzwerk und sagen,
00:36:43.886
das setzen wir gemeinsam durch.
00:36:45.766
Es darf nicht der Eindruck entstehen, das kostet nur Geld für die Menschen,
00:36:49.986
die eben ein Handicap haben oder eben eine Einschränkung, sondern dass wir alle
00:36:55.446
als Nutznießer da sind und das sind ja eben dann gerade diese Überwachungsstellen,
00:37:00.026
die für alle dann da sind und das nochmal begleiten.
00:37:03.726
Und nicht die Ausgrenzung, sondern
00:37:06.706
die Inklusion, also das Dazugehörige sozusagen, dann sicherstellen.
00:37:12.826
Und deswegen sind die Erwartungen hoch an das Inkrafttreten dieses Gesetzes.
00:37:18.726
Aber es ist eben nur ein Schritt.
00:37:20.786
Andreas hat schon richtig gesagt, es müssen die Nachfolgen dann auch kommen.
00:37:25.786
Aber da sind auch wir wieder aufgerufen, sich dafür stark zu machen,
00:37:30.626
dass es eben keine Stagnation gibt oder Stehstand, sondern dass das ein Anfang eines Prozesses ist.
00:37:37.526
Wir haben mit dem digitalen Kompass bereits die Möglichkeit,
00:37:41.886
digitale Kompetenzen zu vermitteln und auch digitale Teilhabe zu fördern und
00:37:46.386
zu ermöglichen. Meine letzte Frage an euch beide.
00:37:49.106
Wir haben als Titel von dieser kleinen Pudelsdiskussion gemeinsam digitale Barrieren überwinden.
00:37:55.746
Worauf kommt es jetzt an? Was sind denn die nächsten Schritte,
00:37:59.726
Andreas Bethke, die wir brauchen, um Barrierefreiheit in Deutschland nachhaltig zu erreichen?
00:38:05.783
Also den einen Schritt,
00:38:07.263
Glaube ich, den gibt es nicht.
00:38:11.463
Ich glaube, wir müssen wirklich daran arbeiten, die Bereitschaft zu entwickeln,
00:38:17.583
dass wir sagen, wenn wir im Digitalbereich vorankommen wollen,
00:38:22.183
dann müssen wir das als Chance begreifen und müssen es von Anfang an in die Prozesse reinkriegen.
00:38:27.223
Und das ist, glaube ich, das, was die Hauptaufgabe ist.
00:38:30.683
Und dann ist es, glaube ich, echt so, dass wir die verschiedenen Ebenen brauchen,
00:38:35.363
dass wir gute Regulierung brauchen, dass wir uns trauen, das auch zu tun.
00:38:40.383
Also wir haben in Deutschland da ja immer Manschetten davor,
00:38:43.263
aber wenn man sich die angelsächsischen Länder anguckt, da geht es mit Regulierung,
00:38:46.863
ohne dass die zugrunde gehen.
00:38:48.463
Und wir brauchen, glaube ich, die guten Umsetzungsstrukturen.
00:38:51.243
Und wir brauchen, glaube ich, dann diejenigen, die auch einfordern,
00:38:54.543
also die Zivilgesellschaft.
00:38:56.103
Und wir brauchen auch, das haben wir bisher noch nicht so thematisiert,
00:38:59.663
im Ausbildungsbereich im Grunde,
00:39:02.163
das ist vielleicht auch sowas, wo Wissenschaft mit reinkommt,
00:39:04.463
im Hochschulbereich, aber auch in den IHKs brauchen wir auch die Weiterentwicklungen,
00:39:08.563
dass Barrierefreiheit sozusagen einfach mit zu den Ausbildungsgängen gehört
00:39:12.823
und dass es Standard wird.
00:39:14.283
Und ich habe heute Morgen im Deutschlandfunk gehört, dass ja gestern auch der
00:39:19.043
Bundeskanzler hier war und wofür er sich eingesetzt hat.
00:39:22.163
Und es gab zwei Stichworte, die genannt worden sind, die in der Presse aufgegriffen
00:39:26.523
worden sind. Das eine war, sich gegen Altersarmut einsetzen.
00:39:29.103
Und das zweite war, sich für mehr Barrierefreiheit einsetzen.
00:39:32.183
Und das ist es, finde ich, worum es geht.
00:39:35.503
Ich kann mich dem voll anschließen und noch als Schlagwort, wie schon mehrfach
00:39:40.563
jetzt genannt, das Netzwerk hervorheben.
00:39:43.263
Nur im gemeinsamen Umsetzen und Wirken. Und dass jeder sensibel in dieser Partnerschaft
00:39:49.463
ist, für den anderen und darauf eingeht.
00:39:52.703
Und eben das Mitdenken, nicht das Ausgrenzen, also nur das sehr eingeschränkte
00:39:58.943
Sichtfeld aus seiner Betroffenheit hat, sondern eben im Netzwerk denken und
00:40:04.783
im Netzwerk herangehen.
00:40:06.183
Und daraus leiten sich dann die nächsten Schritte ab, die dann durch die Rahmenbedingungen
00:40:13.283
bezüglich Aktualität und bezüglich auch Machbarkeit dann angegangen werden müssen.
00:40:19.668
Danke euch beiden. Bernd Leisen, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Vechta.
00:40:23.368
Sie haben das Lerntandem sozusagen ins Leben gerufen.
00:40:27.508
Das Konzept setzt darauf, mobilitätsbeeinträchtigte Menschen und Studierende
00:40:32.628
zusammenzubringen, um gemeinsam die digitale Welt zu erobern, zu erkunden.
00:40:38.688
Warum ist dieses Angebot so wichtig, vor allem aber für mobilitätsbeeinträchtigte Menschen?
00:40:43.388
Ja, 77 Prozent. Wir haben mal ein kleines Screening gemacht.
00:40:48.608
Welche Angebote es so in Deutschland gibt.
00:40:50.908
Da ist uns aufgefallen beim Digitalpakt Alter und beim Digital Kompass,
00:40:55.328
bei den Standorten 77 Prozent der Orte bieten einfach ausschließlich Präsenzangebote an.
00:41:01.628
Das ist auch sehr gut. Aber dadurch, dass wir jetzt mit dem Tandem nochmal ein
00:41:05.388
zeitlich flexibles und ortsungebundenes Format haben, können wir da einfach
00:41:09.568
diese bestehenden Präsenzangebote noch ergänzen.
00:41:12.008
Einerseits, also die Leute, die zu so einem Gruppenangebot hingehen,
00:41:16.068
Die lernen was Neues am Smartphone und dann haben sie quasi noch einen Ansprechpartner,
00:41:19.748
wenn sie irgendwo nicht weiterkommen, bis sie zum nächsten Präsenzangebot gehen.
00:41:24.108
Also das ist schon mal ziemlich gut.
00:41:25.428
Und dann natürlich der Elefant, der im Raum steht. Man kann jetzt auch in einigen
00:41:30.188
Regionen, wenn wir nicht in Mannheim oder Berlin sind, dann gibt es tatsächlich
00:41:33.568
auch gar nicht solche Präsenzangebote.
00:41:35.828
Da muss man sehr weit fahren. Bestes Beispiel, wenn ich aus Vechta nach Kloppenburg
00:41:39.508
will, das ist 30 Kilometer entfernt, muss ich eine Stunde 50 mit dem Zug fahren.
00:41:43.068
Für eine Strecke glückend, dass ich den Anstoß kriege. Und das mache ich halt nicht regelmäßig.
00:41:47.748
Das heißt, wir können da auch neue Zielgruppen erreichen, die sich sozusagen
00:41:51.308
weiterbilden möchten in dem Bereich.
00:41:53.268
Und eine andere Sache, die auch sehr spannend ist, wir können wahnsinnig viele
00:41:58.208
Freiwillige jetzt für die Technikvermittlung mobilisieren, die sich sonst nicht engagieren würden.
00:42:02.688
Denn insbesondere Jüngere und Berufstätige, für die ist das sehr,
00:42:06.988
sehr schwierig, so ein klassisches Präsenzehrenamt, was auch zu festen Zeiten
00:42:11.008
stattfindet, irgendwie mit ihren beruflichen Verpflichtungen und ihren privaten
00:42:15.128
Verpflichtungen da irgendwie zu verknüpfen.
00:42:16.888
Und dadurch, dass die Tandems sich ja einfach per Chat, per Anruf oder per Videoanruf
00:42:21.988
austauschen können und auch sich selber entscheiden, wann und wie oft sie miteinander
00:42:25.328
sprechen, bietet das unglaublich viele Möglichkeiten, das so in seinen Alltag zu integrieren.
00:42:31.407
Wir haben bereits über die Rolle der verschiedenen Selbsthilfeorganisationen gesprochen.
00:42:36.227
Welche Rolle spielt denn die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen,
00:42:41.567
Organisationen und der Praxis, um digitale Teilhabe zu ermöglichen?
00:42:46.167
Ja, also Forschungseinrichtungen haben natürlich nochmal ganz andere Ressourcen.
00:42:50.567
Also Praxisorganisationen sind ja auch zeitlich sehr stark limitiert.
00:42:53.687
Wir können natürlich dabei helfen, entsprechende Bedarfe, also wie entstehen
00:42:57.307
digitale Barrieren, Wie verbreitet sind sie
00:43:00.407
Und welche Folgen.
00:43:01.087
Haben sie für Menschen? Das können wir im ersten Schritt sozusagen bei dieser
00:43:03.487
Bedarfsanalyse schon mit erfassen.
00:43:05.567
Wir können auch dabei unterstützen, Maßnahmen effektiv zu gestalten.
00:43:09.167
Es gibt ja einen unfassbaren Fundus an Wissen aus verschiedenen Disziplinen,
00:43:12.507
um zu gucken, wie können solche Angebote effektiv gestaltet werden.
00:43:17.007
Und der letzte Punkt, den ich immer am spannendsten finde als Ökonom,
00:43:20.267
wir leben nicht im Schlaraffenland.
00:43:22.007
Das sind meistens Projekte, die auf öffentlichen Geldern fußen und auf freiwilligen
00:43:25.707
Ressourcen. Da muss man wirklich schon schauen, welche Maßnahmen sind für welche
00:43:30.787
Zielgruppen besonders effektiv.
00:43:33.947
Sie forschen viel im Thema Engagement und veranstalten gemeinsam mit Ehrenamtlichen
00:43:40.167
unter anderem die virtuelle Spielrunde in Pflegeheimen. Wie wichtig ist die Rolle?
00:43:48.907
Welche Rolle spielt ehrenamtliches Engagement, um Menschen mit Beeinträchtigung
00:43:54.327
in die digitale Welt zu begleiten?
00:43:57.307
Und braucht es manchmal vielleicht auch etwas außergewöhnliche Ideen und Formen,
00:44:02.927
dieses zu bewerkstelligen?
00:44:04.107
Ja, also wie in jedem anderen Engagementsbereich ist auch beim Bereich digitale
00:44:09.087
Teilhabe, ehrenamtliche Arbeit eine ganz wertvolle, aber auch sehr rare Ressource.
00:44:13.027
Wir stellen fest, es gibt einen starken Wandel in der Ehrenamtskultur.
00:44:17.647
Also während es vor 30, 40 Jahren Standard war, dass man im Schützensportverein
00:44:21.527
bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv war, regelmäßig dahin geht,
00:44:24.547
stellen wir fest, dass insbesondere jüngere Leute immer weniger dazu bereit
00:44:28.247
sind, sich zu verpflichten.
00:44:30.087
Sie haben immer Angst, sich zu binden, da irgendwie nicht mehr rauszukommen.
00:44:34.747
Und deshalb sind solche Formate wie das Tandem, wo wir sagen,
00:44:37.927
das ist ganz klar auf die neun Wochen begrenzt.
00:44:40.147
Das ist zeitlich flexibel. Ihr könnt das in euren Alltag einbinden.
00:44:43.387
Eigentlich relativ wertvoll. Und genauso ist es bei dem anderen Projekt,
00:44:46.647
was Sie angesprochen haben, wo wir ein digitales Ehrenamt in Altenpflegeeinrichtungen
00:44:50.407
ermöglichen, dass man sich quasi in der Mittagspause mal zu einer Bingo- oder
00:44:54.027
Quizveranstaltung zuschalten kann.
00:44:55.807
Das kriegen dann doch viele hin für eine Dreiviertelstunde.
00:44:58.727
Und dann wird noch ein ganz großer Bereich ist auch das spontane und Mikro-Ehrenamt,
00:45:02.707
wo man einfach vielleicht fünf Minuten etwas beitragen kann.
00:45:05.927
Das sind also so neue Formate,
00:45:08.263
die man so berücksichtigen kann. Und vielleicht noch ein wichtiger Punkt.
00:45:12.423
Ich sage mal, wir arbeiten ja viel mit freiwilligen Agenturen auch zusammen.
00:45:15.843
Es wird jetzt, glaube ich, auch immer wichtiger werden, nicht nur zu fragen,
00:45:18.403
was können Freiwillige für uns tun, sondern wie können wir das Ehrenamt für
00:45:22.203
die auch maximal attraktiv gestalten?
00:45:24.103
Das ist quasi so eine betriebswirtschaftliche Denkweise.
00:45:26.743
Wir müssen uns überlegen, unsere Ehrenämter, das ist wie Produkte oder Dienstleistungen,
00:45:31.063
wie können wir die super attraktiv gestalten?
00:45:33.083
Und gerade wenn Sie Schüler oder Studierende kriegen wollen,
00:45:35.663
dann reicht das halt nicht aus, dass Sie sagen, ja, das ist eine gute Sache,
00:45:38.923
die sie da unterstützen.
00:45:40.103
Also im Tandem-Projekt kann ich es Ihnen schon sagen, da gibt es auf jeden Fall
00:45:43.123
noch eine Ehrenamtsbescheinigung für den Lebenslauf, wahlweise auch mit Engagementspunkten,
00:45:48.423
Selbstbindungsinstrumenten, dass man das auch regelmäßig macht und da auch motiviert ist.
00:45:51.823
Da werden die beliebtesten Inhalte, die die Studenten sich wünschen konnten,
00:45:55.943
im E-Learning auch thematisiert und aufgegriffen.
00:45:58.203
Also da muss man schon viel auffahren, denke ich mal. Und dann kann man aber
00:46:02.223
auch sehr viel erreichen.
00:46:04.263
Ines Siegemann, Projektleiterin Digitalkompass Eva Nese, Projektleiterin Digitalkompass,
00:46:11.143
Andreas Bethke, Deutscher Blinden- und Silbernerverband Dr.
00:46:14.803
Matthias Müller, Deutscher Schwerhörigenbund und Bernd Leisen,
00:46:19.943
wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Vechta Herzlichen Dank euch fünf
00:46:23.063
für dieses kurze Gespräch und wir machen eine kleine Umbaupause,
00:46:27.323
Snacks gibt es später und dann machen wir weiter und dann gehen wir in die Praxis
00:46:31.963
Danke euch fünf für dieses tolle Gespräch. Ich auch.
00:46:38.083
Digital Kompass Podcast. Der Podcast, um gemeinsam digitale Barrieren zu überwinden.
00:46:45.343
Herausgeber, Deutschland sicher im Netz e.V.
00:46:51.803
Der Digital Kompass Podcast wird ermöglicht durch das Bundesverbraucherschutzministerium.
00:46:57.963
Der Digital Kompass ist ein Verbundprojekt der Bundesarbeitsgericht Arbeitsgemeinschaft
00:47:02.903
der Seniorenorganisationen und von Deutschland sicher im Netz.
00:47:07.163
Weitere Informationen findet ihr unter www.digital-kompass.de.
00:47:13.203
Über Feedback zu diesem Podcast freuen wir uns.
In der Podcast-Folge ging es um diese Fragen:
Welche digitalen Barrieren erleben ältere Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung in ihrem Alltag und wie wirken sich diese Barrieren auf ihre Lebensqualität aus?
Wie können digitale Angebote besser auf die Bedürfnisse von sehbehinderten und hörbeeinträchtigten Menschen abgestimmt werden?
Welche Rolle spielt die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Organisationen und der Praxis, um die digitale Teilhabe für Menschen mit besonderen Bedarfen voranzutreiben?
Links aus dem Podcast:
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