D.Lehmann
Finger Tippen auf ein Smartpone
Quelle
© BAGSO/Deck

Der von Bund und Ländern beschlossene Lockdown gilt vorläufig bis zum 7. März, doch mancherorts gibt es schon länger vorsichtige Öffnungsschritte. Dazu zählt nun auch die bundesweit einheitliche Ausnahme, dass Friseursalons seit dem 1. März wieder Kund:innen empfangen dürfen. Wie es mit dem Einzelhandel, der Gastronomie und dem Tourismus weitergeht, könnte beim nächsten Corona-Gipfel am 3. März schon deutlicher werden.

Simples An- und Abmelden per QR-Code

Ein digitaler Helfer, der spätestens bei einer Lockerung im größeren Stil zum Tragen kommen dürfte, ist die Luca-App. Sie soll die Nachverfolgung von Infektionsketten unterstützen und damit auch den Gesundheitsämtern die Arbeit erleichtern. Denn statt wie bislang üblich einen Papierzettel mit dem eigenen Namen und der Adresse beispielsweise beim Restaurantbesuch zu hinterlassen, können sich Nutzer:innen der Anwendung einfach über einen QR-Code am Eingang an- und beim Verlassen wieder abmelden. Dies geschieht per schnellem Scan mithilfe der Handykamera.

Dabei ist Luca nicht nur für den öffentlichen Bereich denkbar, auch im Familien- oder Freundeskreis kann sie als simples Dokumentations-Werkzeug dienen. In dem Fall würde über die App einfach ein eigener QR-Code generiert werden, den alle Beteiligten verwenden.

QR-Code in der Luca-App
Quelle
Screenshot

Die Anwendung ist sowohl für Android als auch für iOS kostenlos verfügbar. Nach dem Herunterladen ist eine Anmeldung mit Name und Adresse notwendig, die Telefonnummer wird mit einem SMS-Code verifiziert. Die eingegebenen Daten sollen anonym und verschlüsselt gespeichert werden. Erst bei einer nachgewiesenen Infektion erfolgt eine Bitte um digitale Datenfreigabe durch das zuständige Gesundheitsamt. Wer kein Smartphone hat oder nutzen möchte, kann die Seite über den Webbrowser öffnen.

Flächendeckende Einbindung der Gesundheitsämter entscheidend

Entwickelt wurde Luca von der neXenio GmbH, eine Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), und Kulturschaffenden wie der Band Die Fantastischen Vier. Die Macher sehen Luca nicht als Konkurrenz oder Ersatz zur bestehenden Corona-Warn-App, sondern vielmehr als sinnvolle Ergänzung. Entscheidend ist, dass die Gesundheitsämter miteingebunden sind. Bislang ist das erst in wenigen Kreisen der Fall, man sei aber mit rund 150 Ämtern in Gesprächen.

Aus der Sicht des Datenschutzes gibt es bisher keine Kritik am neuen System. Tatsächlich ist die volldigitale Kontaktverfolgung nicht nur schneller und effizienter, sondern unter diesem Aspekt sogar sicherer. Zum Beispiel werden Daten 30 Tage lang gespeichert und dann gelöscht. Inwiefern das in der Vergangenheit immer mit sämtlichen Papierbögen passiert ist, bleibt zweifelhaft.

Ob Luca ein Erfolg wird, hängt maßgeblich vom Zusammenspiel aus Veranstalter:innen, Nutzer:innen und den Ämtern ab. Erst bei einer breitflächigen Einbindung ist der Wunsch nach einer Rückkehr ins öffentliche Leben realistisch.