Staffel 1, Folge 5Qualifizierung für haupt- und ehrenamtliche Personen
- Beteiligt: Angelika Ostrowski (DBSV e. V.), Gudrun Brendel (DSB e. V.) sowie Katharina Braun (Projektleiterin Digital-Kompass, BAGSO Service Gesellschaft).
- Erschienen am: 07 Dez. 2023
Über die Folge
In der neuen Episode geht es um unsere Qualifizierung für haupt- und ehrenamtliche Personen zum Thema Seh- und Hörbeeinträchtigung – ein Gespräch mit Angelika Ostrowski (DBSV e. V.), Gudrun Brendel (DSB e. V.) sowie Katharina Braun (Projektleiterin Digital-Kompass, BAGSO Service Gesellschaft).
Qualifizierung für haupt- und ehrenamtliche Personen

Transkript zum nachlesen
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Ina Braun: Es ist nicht nur für unsere Standorte.
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Es dürfen sich alle beteiligen, die ihr
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digitales Wissen in irgendeiner Form von Organisation weitergeben.
00:00:09.200
Also wir sind keine geschlossene
00:00:10.910
Gesellschaft und freuen uns, wenn das Netzwerk immer weiter wächst.
00:00:16.560
Digitalkompass-Podcast.
00:00:18.850
Der Podcast, um gemeinsam digitale Barrieren zu überwinden.
00:00:25.560
Präsentiert vom Digitalkompass.
00:00:30.360
Moderator: Euer Inklusator Sascha Lang.
00:00:34.370
Der Digitalkompass-Podcast, die Episode Nummer fünf.
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Wir haben schon die Lerntandems
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besprochen, wir haben schon ganz viele Themen besprochen.
00:00:42.830
Und heute sind wir bei der Qualifikation für engagierte Ehrenamtliche.
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Und da werden wir uns jetzt mal ein bisschen mehr mit dem Thema beschäftigen.
00:00:50.750
Ich habe wieder drei wundervolle
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Gäste bei mir, und zwar die Angelika vom DBSV, die Gudrun vom DSB
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und Ina von der BAGSO und Koordinatorin dieser Qualifizierung.
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Wir werden nun alle drei Frauen in diesem Gespräch vorstellen.
00:01:06.080
Und da es natürlich nicht geht mit Ladies
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first, fangen wir beim Buchstaben A an, wie Angelika, stell dich bitte vor.
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Also mein Name ist Angelika Ostrowski.
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Ich bin selbst sehbehindert, 66 Jahre alt und seit 2010 beim DBSV tätig.
00:01:21.210
Dort die letzten Jahre in erster Linie für
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den Aufbau eines qualitätsgesicherten Beratungsangebotes.
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Das nennt sich Blickpunkt Auge, Rat und
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Hilfe bei Sehverlust, und ist mittlerweile in 14 Bundesländern tätig.
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Aktuell bin ich nur noch stundenweise beim
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DBSV und hier zum Beispiel für das Digitalkompass-Projekt.
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Liebe Gudrun, stell du dich mal vor. Bitte.
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Mein Name ist Gudrun Brendel und bin vom Deutschen Schwerhörigenbund in Berlin.
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Dort bin ich jetzt schon seit 2009 tätig und mein Schwerpunkt ist hier alles, was
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mit Weiterbildung zu tun hat und interne Qualitätssicherung
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und verschiedene Projekte und momentan eben aktuell im Digital Compass Projekt.
00:02:09.050
Genau, ich selbst bin auch hochgradig
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schwerhörig, kann also ziemlich gut nachvollziehen,
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wenn man jetzt so in Beratungsstellen kommt, wie das ist.
00:02:20.370
Und ja, ich freue mich, bei dem Projekt dabei zu sein und jetzt von unseren
00:02:25.790
Erfahrungen auch mal berichten zu können aus unseren Qualifizierungsmaßnahmen.
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Dann haben wir noch last but not least Katharina “Ina” Braun.
00:02:36.240
Genau. Ich bin Katharina Braun.
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Ich habe in dem Fall die Projektleitung
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des schönsten Projekts der Welt, nämlich vom Digitalkompass.
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Das begleite ich ja jetzt schon ein paar Jahre.
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Und die neue Ausrichtung, also Menschen
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mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen stärker in den Blick zu nehmen in den
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Qualifizierungen, freut mich ganz besonders.
00:03:00.590
Und ich bin total begeistert, wie sich das rumspricht,
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wie die Nachfrage nach den Qualifizierungen ist und auch, ehrlich
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gesagt, mächtig stolz, was wir da schon auf die Beine gestellt haben.
00:03:14.250
Wir sprechen heute über das Thema
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Qualifizierung für engagierte Ehrenamtliche.
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Und wozu gibt es die?
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Das ist die Frage, die ich jetzt einfach mal in die Runde werfe.
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Wer fängt an? Warum ist diese Qualifizierung da?
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Für was brauchen wir die?
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Wieso ist die so wichtig?
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Wir haben im Rahmen des letzten Projekts ja ganz viele Standorte aufgebaut und
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begleitet und weiterqualifiziert in unterschiedlichen Themen.
00:03:43.400
Und ganz am Ende haben wir gefragt: Was fehlt euch eigentlich?
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Also welches Wissen braucht ihr noch,
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um euch gut und sicher aufgestellt zu fühlen?
00:03:52.150
Und da kam ganz oft der Hinweis: Es kommen
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Menschen zu uns in die Anlaufstellen, die sehbeeinträchtigt oder hörbeeinträchtigt
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sind, und so richtig wissen wir nicht, wie wir denen helfen sollen.
00:04:05.350
Und es ging gar nicht so sehr um die
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technischen Aspekte, sondern es ging darum, wie können wir die in unseren
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regulären Beratungsalltag bestmöglich integrieren, also wie können die an
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unseren Schulungen teilnehmen, an unseren Kursen oder an unserem Internetcafé?
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Und daraus ist die Idee entstanden, dass wir doch mal so ein
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kleines Qualifizierungsmodul aufsetzen könnten und
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uns überlegen könnten, was ist so Wissen, was wir den Leuten gut an die Hand geben
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können, was ist gut umsetzbar und auch einfach hilfreich für die Praxis?
00:04:42.800
Hm (bejahend) Gudrun, gibt es da
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Unterschiede, die zu machen sind, je nach Behinderungsart?
00:04:49.000
Also das auf jeden Fall.
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Hörbeeinträchtigte, ich glaube, das kann
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man schon wirklich so sagen, die sind sehr auf das Visuelle konzentriert.
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Also klar, wenn das Hören dann nachlässt, dann muss man gucken, dass man irgendeinen
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anderen Sinneskanal dann schärft, mit dem dann- also, mit dem man,
00:05:10.530
ja, Kommunikation oder überhaupt einen Austausch wahrnehmen kann.
00:05:14.770
Und das ist wirklich so ein Klassiker, w
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enn jetzt ein Hörbeeinträchtigter jetzt zum Beispiel zu so einem Digitalkompass-
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Standort hinkommt und gehört hat: Ah, die bieten tolle Kurse an, da möchte ich jetzt
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gerne mal hin und kommt dahin und dann ist ja dann erstmal so ein typisches: Ja,
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hallo und wie heißen Sie denn, w ie können wir Ihnen denn helfen?
00:05:41.590
Und dann stellt man sich bestenfalls noch
00:05:43.670
mit dem eigenen Namen vor aus der Beratungsstelle, und
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dann fängt es schon an. Dann ist das erste: Oje, oje, irgendwie, jetzt habe ich
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den Namen überhaupt gar nicht verstanden und dann stiert man den gegenüber so ein
00:05:59.470
bisschen an (schmunzelt), und dann kann es ganz leicht immer so zu Irritationen
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kommen, wenn gerade die erste Kontaktaufnahme nicht so gut klappt,
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wenn da falsch verstanden wird oder gar nicht verstanden wird.
00:06:14.570
Und
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und da ist es wirklich- also da braucht man einfach jemanden, der dann nicht
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komisch guckt und sagt: Was will der denn hier?
00:06:24.290
Sondern bei dem es dann “Klick” macht und dann sagt: Ah, wahrscheinlich hat die
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Person mich jetzt einfach gerade gar nicht verstanden.
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Ich fange noch mal von vorne an, und ich gucke meinem Gegenüber wirklich ins
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Gesicht, so dass mein Mundbild gut zu sehen ist, stelle mich noch mal v
00:06:42.250
or mit meinem Namen, und den spreche ich auch deutlich aus.
00:06:46.530
Und, ja, so dass man einfach wirklich
00:06:52.240
ein Gespür dafür bekommt, wer kommt da in die Beratungsstelle?
00:06:56.350
Also das wünschen wir Betroffenen uns
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eigentlich immer sehr, dass da zumindest ein gewisses Gespür bei dem
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Gegenüber ist, dass der das dann irgendwann darauf einsteigt und das
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wahrnimmt, wenn er merkt, da hört jemand nicht richtig.
00:07:14.160
Hm (bejahend). Das war jetzt die
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Perspektive aus der, ja, hörgeschädigten oder schwerhörigen Bereiche.
00:07:20.410
Angelika, wie würdest du das für blinde Sehbehinderte einstufen können?
00:07:24.360
Was wären da so Sachen, die, ja, den Erstkontakt erleichtern würden?
00:07:31.680
Na, hier funktioniert ja das Hören
00:07:35.570
meistens noch gut und das sehen nicht mehr.
00:07:38.360
Und da entstehen eben doch andere Probleme.
00:07:41.210
Also zuerst mal schon:
00:07:43.690
Wie finde ich denn überhaupt dahin, wenn ich diesen Weg gar nicht kenne?
00:07:48.850
Da hilft manchmal eine gute Wegbeschreibung, die ich vorab kriege.
00:07:52.800
Oder mir drückt jemand einen Zettel in die Hand mit dem Angebot, d
00:07:58.890
as ist aber klein geschrieben, das ist graue Schrift auf weißem Grund oder so,
00:08:07.170
also wenig kontrastreich, k ann ich das überhaupt lesen?
00:08:10.440
Oder muss ich damit erst irgendwo hin marschieren, mir das vorlesen lassen
00:08:13.910
oder mit Hilfsmitteln mir sozusagen erschließen, dann, wenn man ankommt?
00:08:21.880
Ganz oft wird man ja einfach nur
00:08:23.510
angeschaut, wenn man in einen Raum kommt oder so auf die Distanz.
00:08:27.820
Man ist ja nicht gleich direkt vor dem
00:08:29.750
Schreibtisch oder am Seminartisch, kann man Mimik, Gestik, Gesichter nicht gut
00:08:35.030
erkennen, wenn man bestimmte Augenkrankheiten hat.
00:08:38.410
Also man ist darauf angewiesen, dass man angesprochen wird.
00:08:42.550
Also selbst den Kontakt aufzunehmen, ist sehr schwierig.
00:08:45.850
Man hofft, dass man angesprochen wird, dass man dabei auch noch merkt, dass man
00:08:50.700
selbst gemeint ist und nicht irgendjemand anders und man dann quasi ungefragt
00:08:55.190
irgendwie reagiert, was dann peinlich ist für den Betroffenen.
00:09:00.770
Also hier ist ein klares- Ansehen darf man sehbehinderte Menschen
00:09:05.940
auch gerne (lacht), aber ansprechen, vor allen Dingen sich mit
00:09:09.350
Namen vorstellen, dann vielleicht sehr konkret
00:09:13.470
beschreiben, wo soll derjenige jetzt hin oder diejenige, wie ist der Weg?
00:09:18.550
Also nicht: Kommen Sie mal hier rüber, sondern vielleicht etwas genauer,
00:09:23.730
dass derjenige sich dann überhaupt zurechtfindet.
00:09:26.250
Dann ist die Tür gegenüber dem Fenster,
00:09:28.940
dann blendet es, dann wird es noch schwieriger mit dem Sehen.
00:09:32.200
Also das sind eher so diese Dinge.
00:09:36.050
Die Kontaktaufnahme von sich aus ist nicht
00:09:38.820
immer einfach und man ist eben auf eine gute Vorstellung und klare
00:09:44.730
Anweisungen angewiesen, damit man da überhaupt in fremder Umgebung
00:09:48.790
zurechtkommt, wenn man die Tür überhaupt findet.
00:09:52.910
Also oftmals sind Schilder klein, dann
00:09:55.550
irrt man im Haus rum, findet vielleicht niemand, den man fragen kann.
00:09:59.370
Das sind so alles Schwierigkeiten, bevor
00:10:01.820
überhaupt eine Beratung oder ein Seminar losgehen kann.
00:10:05.480
Kommunikation, Ina, haben wir jetzt gehört, ist glaube ich ein
00:10:08.110
ausschlaggebender Punkt, sei es bei Schwerhörigen oder
00:10:12.530
über den Blickkontakt bei Blinden, Sehbehinderten, über die die Sprache.
00:10:17.560
Jetzt haben wir das Problem, weil das klingt so- die
00:10:20.680
Herausforderung, klingt für mich schöner, als das als Problem zu bezeichnen, dass
00:10:24.630
wir ganz viele Menschen haben, die- wo die Behinderung nicht direkt sichtbar ist.
00:10:28.920
Ich meine, bei einem Menschen, der
00:10:29.880
schwerhörig ist oder gehörlos ist, sieht man das ja manchmal gar nicht.
00:10:32.920
Bei einem Sehbehinderten sieht man es auch
00:10:34.470
nicht immer, weil die ja trotzdem eine gewisse Art von sehr selbst
00:10:38.730
selbstbewusstem Auftreten haben oder Gang haben.
00:10:42.520
Bei einem Blinden, der mit dem
00:10:43.520
Blindenstock kommt oder mit seinem Führhund, ist es ziemlich klar.
00:10:46.650
Wie ist da denn die Qualifizierung bei euch gestaltet, dass man das so
00:10:54.440
mit diesen unterschiedlichen Aspekten angehen kann?
00:10:59.800
Gudrun und Angelika
00:11:02.570
geben ganz viele verschiedene Beispiele, z um Bei- also wie sich das Verhalten
00:11:09.750
gegebenenfalls ändert, wenn man hör- oder sehbeeinträchtigt ist.
00:11:15.490
Das reicht zum Beispiel von
00:11:17.580
Schulungssituationen, dass man einer Person zunickt, in der Annahme, sie
00:11:23.830
wüsste, sie könnte jetzt was sagen, aber in der Realität gar nicht gesehen hat,
00:11:27.950
dass man ihr zunickt und deshalb nicht antwortet.
00:11:30.530
Und damit solche Situationen gar nicht erst
00:11:34.830
auftreten oder damit man die vermeiden kann, werden eben Hinweise gegeben,
00:11:40.850
wie man die Person am Verhalten erkennt, wie man da entsprechend drauf reagiert,
00:11:45.510
wie man sein eigenes Verhalten und die Kommunikation dann auch anpasst, um so die
00:11:52.410
Situation, das gemeinsame Lernen, für alle zu einem Erfolg zu machen.
00:11:59.080
Hm (bejahend) Du hast vorhin ganz am
00:12:00.280
Anfang erklärt, dass diese Qualifikation, diese Qualifizierung, hauptsächlich für
00:12:03.870
eure Kontaktstellen, also in den Beratungsstellen, ist.
00:12:07.250
Ist diese Qualifizierung auch wichtig für
00:12:09.680
die Lerntandems gewesen, also die Personen, die in diesem Bereich tätig
00:12:12.710
sind, oder haben die eine andere Qualifizierung durchlaufen sollen müssen?
00:12:18.160
Die werden separat qualifiziert, aber die haben ja nicht den Schwerpunkt Menschen
00:12:24.670
mit Seh- und Hörbeeinträchtigung, sondern Menschen mit Mobilitätseinschränkungen,
00:12:29.110
die eben nicht so ohne Weiteres in die Anlaufstellen kommen können.
00:12:33.290
Natürlich gibt es da auch Schnittmengen
00:12:35.270
und die Studierenden dürfen jederzeit diese Qualifizierung auch mit durchlaufen.
00:12:41.930
Es ist nicht nur für unsere Standorte, es dürfen sich alle beteiligen, die ihr
00:12:46.580
digitales Wissen in irgendeiner Form von Organisation weitergeben.
00:12:50.950
Also wir sind keine geschlossene
00:12:52.870
Gesellschaft und freuen uns, wenn das Netzwerk immer weiter wächst.
00:12:56.200
Du hast gesagt, es geht nicht um die
00:12:58.030
Technik, sondern es geht um die Zwischenmenschlichkeit.
00:13:00.790
Habe ich das richtig- dürfte ich das so richtig kurz fassen?
00:13:04.890
Ja, wenn die beiden Damen nicht widersprechen.
00:13:07.560
Ich würde das so zusammenfassen, i ch finde das gut.
00:13:09.920
Ja. Wie siehst du das, Angelika?
00:13:11.450
Ich würde also nicht widersprechen, auf keinen Fall.
00:13:14.610
Also in Technik geht es vielleicht eher mal
00:13:17.810
bei den Hinweisen zu Onlineveranstaltungen, also welche
00:13:21.720
Videokonferenz-Systeme haben sich zum Beispiel bewährt und wie kann man damit
00:13:25.430
umgehen, dass dann sehbeeinträchtigte Menschen auch gut teilnehmen können?
00:13:29.800
Das hat schon so ein bisschen einen Technik-Anteil.
00:13:32.330
Dann kommen natürlich immer mal wieder
00:13:34.550
Fragen, die man schnell mit beantworten kann, also zum
00:13:39.270
Beispiel Handy und Lupe, die man mit beantworten kann.
00:13:42.830
Aber grundsätzlich ist es tatsächlich so,
00:13:45.430
dass technische Fragen dann in einem anderen Rahmen besprochen werden.
00:13:49.550
Also es gab jetzt schon zwei
00:13:52.370
Veranstaltungen, die ja auch Qualifizierung sind, aber nicht die
00:13:55.870
meinen, über die wir heute reden, wo es eher über über Technik
00:14:00.490
dann geht, über konkrete Fragen und zwei Veranstaltungen, die sich direkt mit der
00:14:05.310
Technik befassen, hat es auch schon gegeben.
00:14:07.600
Gudrun,
00:14:09.280
stimmst du auch dem zu, diesem zwischenmenschlichen/technische, was
00:14:14.490
bevorzu- also was überwiegt bei dieser Qualifizierung?
00:14:18.450
Ja. Ja, ich würde es aber gerne noch ergänzen (schmunzelt).
00:14:23.760
Du hast vorhin noch die Lerntandems angesproche, und da finde ich,
00:14:30.850
ist tatsächlich ein technisches Element, und zwar die Verwendung von Untertiteln,
00:14:39.560
fast gleichzusetzen überhaupt mit dem Verhalten auch.
00:14:43.450
Also das ist alles, was über den digitalen Kanal jetzt an Kommunikation läuft.
00:14:50.190
Wenn es jetzt über Zoom-Meetings sind oder über Skype oder
00:14:56.050
andere Tools, die da verwendet werden, ist einfach, um die Kommunikation
00:15:02.510
sicherzustellen mit Hörbeeinträchtigten, brauche ich unbedingt Untertitel.
00:15:08.570
Das heißt aber nicht jetzt nur
00:15:10.890
Untertitel, was man da jetzt so klassisch drunter versteht.
00:15:13.970
Klar, bei den meisten Programmen gibt es automatisierte
00:15:18.270
Untertitelerstellung, die ist mittlerweile auch schon ganz gut.
00:15:23.170
Aber wenn es jetzt zum Beispiel richtig längere Veranstaltungen sind, da empfehlen
00:15:28.670
wir auf jeden Fall, externe Schriftdolmetscher noch mit dazu zu
00:15:32.580
schalten, weil die auch mehr schreiben können als nur zwei, drei Zeilen oder so.
00:15:40.410
Also das bekommt noch mal eine ganze- ganz
00:15:42.790
andere Qualität, und das ist schon noch wichtig einfach zur Ergänzung.
00:15:48.970
Also das ist eine echte Hörunterstützung,
00:15:51.430
damit man dem gesprochenen Wort tatsächlich folgen kann.
00:15:55.450
Also das ist jetzt so für den digitalen Bereich, genau.
00:15:58.480
Eine kleine Ergänzung wäre noch, in Hinsicht auf Menschen mit
00:16:01.370
Sehbeeinträchtigung, neben dem Schwerpunkt Kommunikation, den Umgang miteinander, ist
00:16:08.310
das, was wir auch in der Schulung, in der Qualifizierung für ehrenamtlich Engagierte
00:16:13.050
noch mal verdeutlichen, welche Rolle eigentlich die Gestaltung von
00:16:17.390
Informationsmaterialien oder Skripten für sehbeeinträchtigte Menschen spielt.
00:16:23.410
Also das wäre noch mal so ein zusätzlicher
00:16:25.830
Punkt, der tatsächlich auch behandelt wird.
00:16:29.450
Wir sind jetzt schon so irgendwie ins
00:16:32.080
Detail gegangen, was die Inhalte anbelangt dieser Qualifizierung.
00:16:37.480
Ina,hast du da noch was dazu zufügen, was die Inhalte anbelangt oder gibt es noch
00:16:40.830
was, was wir bei den Inhalten übersehen haben?
00:16:43.270
Wie die Inhalte- ja, was so in dieser Qualifizierung alles drin ist,
00:16:48.150
und vor allem, wie lange dauert sie denn eigentlich überhaupt?
00:16:51.690
Sie dauert digital drei Stunden.
00:16:56.360
Vereinzelt machen wir auch Angebote in
00:16:58.950
Präsenz, die dauern fünf, da ist einfach auch mehr Zeit zum persönlichen
00:17:04.470
Ausprobieren, auch eine Selbsterfahrung steht da ganz im Fokus.
00:17:10.080
Also wie fühlt sich das eigentlich an,
00:17:11.990
wenn man schlechter sieht oder schlechter hört?
00:17:15.800
Und da in den Präsenzveranstaltungen gibt
00:17:18.310
es auch kleine Workshops, wo auch technische Hilfsmittel, Apps usw.
00:17:23.030
vorgestellt werden.
00:17:24.800
In der Online-Veranstaltung
00:17:27.250
fokussieren wir uns auf die Sensibilisierung, geben natürlich auch
00:17:31.270
wichtige begleitende Informationen und beschränken uns auch aufgrund der Zeit
00:17:39.870
auf Hinweise, wie die Arbeit vor Ort unterstützt werden kann.
00:17:46.310
Also wie kann ich eine Eins-zu-
00:17:48.870
eins-Beratung umsetzen, wie kann ich eine Kleingruppe umsetzen?
00:17:54.200
Angelika hatte da ein ganz tolles Beispiel.
00:17:56.120
Kann ich ein Angebot zu Fotobüchern machen oder ist das unsensibel oder
00:18:02.250
(schmunzelt), solche Sachen werden da einfach besprochen.
00:18:06.800
Ja, die- also ein Punkt ist tatsächlich auch immer noch mal,
00:18:10.250
wenn es irgend geht, Vermittlung von Ansprechpartnerinnen und -partnern mit so
00:18:14.790
spezialisierten Kenntnissen, also zum Beispiel die Blinden-, Sehbehinderten-
00:18:19.670
Selbsthilfe oder bestimmte Schulungsangebote, die also schon sich
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speziell an diese Menschen richten, weil jetzt so ein Digitalkompass-Lotse kann
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natürlich auch deren Hilfe in Anspruch nehmen.
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Da ist es gut, wenn man sich untereinander kennenlernt.
00:18:36.350
Also wenn man da schon mal Tipps bekommt,
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wen kann ich denn noch mal ansprechen, wenn es sehr speziell wird?
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Gudrun, wir haben jetzt gehört, es gibt
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die digitale Version der Qualifizierung und es gibt die Live-Version, die
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Hautnah-Version nenne ich sie mal so (Gudrun schmunzelt).
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Welche gefällt dir am besten?
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Wo kannst du- oder wo hast du das Gefühl, dass die Lotsen am meisten mitnehmen?
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Also das ist eigentlich eine Gretchenfrage.
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Ich meine, mir gefallen natürlich die Liveschulungen am besten, weil man da
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dieses Gefühl wirklich am besten rüberbringen kann.
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Also da ist auch noch mal der Kontakt ein
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ganz anderer zu den Teilnehmern und da kann man auch
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von den einzelnen Teilnehmern noch ein bisschen mehr selbst mitbekommen.
00:19:26.350
Wie kommt das, was man an Themen und an
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Inhalten vermitteln will, kommt das überhaupt so richtig an?
00:19:33.840
Also da habe ich ja den anderen dann, dem kann ich ins Gesicht blicken und da kann
00:19:38.750
ich auch schon an der Mimik erkennen, jetzt rattert es bei dem oder das hat er
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jetzt gar nicht verstanden oder wo sind die großen Fragezeichen?
00:19:48.930
Und auch Ina hatte es schon erwähnt,
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dieser Bereich der Sensibil- nein, wie heißt das, der Selbsterfahrung.
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Das ist natürlich etwas, was man live noch mal ganz anders rüberbringen kann.
00:20:03.490
Das machen wir natürlich auch, und da
00:20:06.110
haben wir verschiedene Dinge angefangen, von Ohropax, was wir da
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austeilen am Anfang, was die Teilnehmer sich dann in die Ohren reintun dürfen oder
00:20:18.270
eben auch explizit sollen, und das mal eine Zeit lang auch drin
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lassen sollen, um so richtig mitzubekommen, wie hört denn sich das an,
00:20:28.470
wenn man über eine halbe Stunde lang Ohropax im Ohr hat und da vorne steht dann
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einer und der erzählt was, andere antworten, um mal selbst irgendwie so
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nachvollziehen zu können: Was verändert sich bei mir selbst?
00:20:44.400
Werde ich auf einmal irgendwie vielleicht
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ein bisschen müder, geht meine Konzentration weg oder so?
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Und das sind einfach ganz wichtige Sachen,
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weil theoretisch erzählen kann man eine ganze Menge.
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Dazu kann man sich Bücher anlesen und- a ber wir wollen ja wirklich die Leute
00:21:03.110
sensibilisieren und das ist am besten wirklich durch Selbsterfahrung.
00:21:08.770
Und nur dann kann man ungefähr eine Ahnung davon kriegen, wie es wirklich ist, wenn
00:21:14.070
jetzt tatsächlich ein hörbeeinträchtigter Mensch zu mir in die Beratungsstelle oder
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in die Schulung kommt oder eben ein sehbeeinträchtigter Mensch.
00:21:22.600
Also das ist schon- also ich bin Fan von
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Präsenzveranstaltungen und Sensibilisierungsübungen.
00:21:30.410
Angelika, Ohropax sind bei dem Thema Schwerhörig.
00:21:34.680
Wie macht ihr das bei blind-, sehbehindert?
00:21:36.650
Welche Möglichkeiten, welche Tools zur
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Sensibilisierung oder zur Selbsterfahrung schmeißt du in den Ring?
00:21:45.730
Also es gibt natürlich so Simulationsbilder, aber da ist ja das
00:21:50.590
Problem, ich kann ja gut sehen und schaue mir jetzt ein Bild an, wie wäre es dann?
00:21:56.450
Also das hat noch nicht viel mit Selbsterfahrung zu tun.
00:21:59.310
Das nutzen wir natürlich vorrangig in den Onlineveranstaltungen.
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Bei Onlineveranstaltung kann man dann mal so kleine Übungen machen, also indem man
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sich mal das zentrale Gesichtsfeld mit seiner eigenen Faust nimmt, die man dann
00:22:14.320
so sich nicht aufs Auge haut, sondern nur so in die Nähe führt, dass man einen
00:22:17.670
Eindruck bekommt, was passiert da, wenn es in der Mitte verschwindet?
00:22:21.120
Aber da sind halt die Möglichkeiten wirklich begrenzt.
00:22:24.770
Und in Präsenzveranstaltungen haben wir verschiedene Simulationsbrillen.
00:22:31.010
Wenn man sich die aufsetzt, dann bekommt man tatsächlich mal einen Eindruck, wie
00:22:35.350
das ist, auf einmal auf diese oder jene Art schlechter zu sehen.
00:22:39.210
Und da guckt man natürlich nicht nur in die Gegend (lacht), sondern dann gibt es
00:22:43.310
so Aufgaben, kleine Aufgaben, die man dann mal selber erledigen soll.
00:22:49.760
Also zum Beispiel, ich schreibe mal meinen Namen mit so einer Simulationsbrille auf
00:22:53.800
der Nase und vielleicht noch mit einer Lupe in der Hand auf ein Blatt Papier.
00:22:57.210
Oder ich versuche mal, den Titel einer
00:22:59.870
Broschüre zu lesen oder ein Stück Text in der Broschüre.
00:23:02.960
Das ist dann immer noch mal ein Unterschied, ne?
00:23:05.010
Titel sind ja in der Regel größer und besser lesbar.
00:23:08.570
Oder wir gehen auch mal mit der Brille auf der Nase unter Einhaltung der
00:23:13.310
Vorsichtsmaßnahmen, dass da niemandem was passiert, mal aus dem Raum und suchen mal,
00:23:18.750
wo ist denn jetzt der Aufzug oder wo ist die Toilette oder die Kantine?
00:23:22.970
Also, dass wenigstens so ein kleiner persönlicher Eindruck entsteht.
00:23:29.360
Wie ist denn das jetzt, wenn ich so ganz
00:23:31.670
übliche, ganz einfache Sachen machen muss, die sehbehinderte Teilnehmende am Seminar
00:23:37.630
oder in der Beratung eben auch erledigen müssen?
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Also wie- was passiert da?
00:23:43.010
Also wie fühlt- was sieht man überhaupt noch, was geht noch?
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Wie verun- a lso ganz oft kommt dann so eine- wie
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verunsichert man eigentlich ist, gerade vor allen Dingen, wenn man sich
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fortbewegen muss, weil (schmunzelt) manchen wird schwindelig.
00:23:57.930
Aber da achten wir natürlich darauf, dass nichts passiert.
00:24:01.250
Aber das sind, so wie Gudrun sagt, so mal
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selber so ein bisschen erlebt zu haben, wie sich das anfühlt und was das macht
00:24:11.760
. Das ändert ja nicht nur das Sehen, das ändert ja auch andere Dinge, das können
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wir dann in Präsenzveranstaltungen auf diesem Wege vermitteln oder erarbeiten.
00:24:20.410
Oft sind die Leute sehr erschrocken.
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Ina, Du hast ganz bestimmt auch selber versucht,
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mal die Selbsterfahrung zu machen, oder? (lacht)
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Ja, mehrfach.
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(lacht) Und?
00:24:34.480
Ich finde das sehr beeindruckend.
00:24:37.600
Also zum Beispiel zum Thema Hören
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hatte ich zuerst die Ohropax auf oder in den Ohren.
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Und ich glaube, das ist nicht nur bei mir
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so, sondern das beobachte ich auch bei den anderen Teilnehmenden, ne?
00:24:52.810
Also man versucht,
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das trotzdem mitzubekommen und guckt die Person dann total genau an,
00:24:59.880
so als könnte man von heute auf morgen Lippenlesen.
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Also es- als wäre man über Nacht zum
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Superheld gewachsen und dann beugt man sich nach vorne oder man packt
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erst das linke Ohr oder das rechte Ohr nach vorne, um das noch zu hören.
00:25:15.110
Und dann hat Gudrun mir noch so Mickeymäuse auf den Kopf gesetzt.
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Und das habe ich eine Minute oder so versucht.
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Und dann habe ich mich nach hinten gelehnt
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und war raus, weil ich gemerkt habe, keine Chance, ich verstehe gar nichts mehr.
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Und das gibt schon- das erdet sehr.
00:25:34.600
Also man bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie wichtig das ist, dass man darauf
00:25:38.990
achtet, die Kommunikation für alle möglichst zugänglich und gut zu gestalten.
00:25:45.950
Und das Gleiche ist auch
00:25:49.520
bei den Simulationsbrillen oder auch bei den Übungen, die Angelika gemacht hat.
00:25:54.630
Also es ist überhaupt nicht so einfach,
00:25:57.390
wenn man das noch nie gemacht hat, Geld zu sortieren zum Beispiel, das- also wenn ich
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mir vorstelle, ich wäre da wirklich darauf angewiesen, das nur zu ertasten,
00:26:09.690
da würde ich eine ganze Zeit lang, glaube ich, ein dickes Minus machen.
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Ina, die letzte Frage noch mal und zwar teilt sich die in zwei auf.
00:26:17.120
Erstens mal, wer soll, kann, darf diese Qualifizierung mitmachen?
00:26:20.320
Du hast es schon vorher kurz erwähnt.
00:26:22.030
Und die zweite Frage natürlich dann auch: Wo kriege ich die nötigen Informationen,
00:26:26.430
um bei dieser Qualifizierung dabei sein zu können?
00:26:30.290
Also teilnehmen können eigentlich alle interessierten Engagierten.
00:26:35.720
Die meisten derzeit sind ehrenamtlich, aber auch Hauptamtliche kommen
00:26:39.550
mittlerweile viele dazu, w as ich ganz schön finde.
00:26:42.530
Man kann gar nicht sagen, wir haben so die klassischen Teilnehmer oder
00:26:46.070
Teilnehmerinnen, weil sich das ganz stark durchmischt.
00:26:50.560
Ich finde wichtig, dass sie ihr Wissen in irgendeiner Form weitergeben.
00:26:55.810
Also es ist immer ein Multiplikatoren- Ansatz, den wir fahren.
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Aber in welchem Umfang und in welcher
00:27:03.390
Organisation, das finde ich, spielt überhaupt keine Rolle.
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Wenn wir dazu beitragen können, eben getreu dem Motto, gemeinsam digitale
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Barrieren abzubauen, sind uns alle willkommen.
00:27:15.490
Und wir haben auch schon zwei neue Termine für Anfang nächsten Jahres. online.
00:27:20.310
Die sind unter www.digitalkompass.de unter dem Reiter Qualifizierung zu finden.
00:27:31.200
Wer nicht auf der Internetseite nachgucken
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möchte, kann aber auch schlicht und ergreifend anrufen.
00:27:36.120
Die Info gebe ich jedem, gerne auch am Telefon.
00:27:39.080
Dann ist es, glaube ich wichtig, dass wir
00:27:40.240
so viel wie möglich Menschen finden, die sich qualifizieren lassen.
00:27:43.230
Weil das nicht nur, glaube ich, in euren Kontaktstellen wichtig ist, sondern auch
00:27:48.280
überall, wo man in Berührung mit Menschen mit Behinderung kommt.
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Sensibilisierung, ein ganz wichtiger
00:27:52.710
Aspekt, um vielleicht auch manchmal Fettnäpfchen zu vermeiden.
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Euch dreien, Angelika, Gudrun und Ina, h erzlichen Dank für diese Ausgabe und
00:28:01.810
viele, viele Menschen, die sich qualifizieren lassen wollen.
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Dankeschön. Danke!
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Danke! Digitalkompass-Podcast.
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Der Podcast, um gemeinsam digitale Barrieren zu überwinden.
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Herausgeber: Deutschland sicher im Netz e.V..
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Der Digitalkompass-Podcast wird ermöglicht
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durch das Bundesv erbraucherschutzministerium.
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Der Digitalkompass ist ein Verbundprojekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der
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Seniorenorganisationen und von Deutschland sicher im Netz.
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Weitere Informationen findet ihr unter www.digitalkompass.de.
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Über Feedback zu diesem Podcast freuen wir uns.
00:28:46.650
Kontakt zu uns und dem Moderator Sascha
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Lang schickt ihr bitte per Mail an podcast@digitalkompass.de.
In der Podcast-Folge ging es um diese Fragen:
- Was steckt hinter der Qualifizierung für Engagierte und wozu gibt es dieses?
- Welche Bedarfe können damit abgedeckt werden? Welche Inhalte hat die Qualifizierung?
- Welche Möglichkeiten habe ich, um mitzumachen?
Feedback
Ihre Anmerkungen und Fragen sowie Lob und Kritik können Sie jederzeit per Mail an podcast@digital-kompass.de richten.

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