K.Braun
Menschliche Hand mit Stift und Tablet
Quelle
ARTIS:Uli Deck

Digitalisierung beim Digital-Kompass Standort Kommunaler Seniorenservice Hannover – zwei Beispiele

Medien- und Techniklots*innen Hannover

Viele Untersuchungen belegen, dass auch in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung neue Medien von älteren Menschen nur teilweise genutzt werden. Die Gründe dafür sind vielfältig – neben der fehlenden Erfahrung und der Angst, etwas „falsch“ zu machen, erschweren die Furcht vor ungewollten Kosten und Datenschutzfragen den Einstieg in die digitale Welt. Auch Familienangehörige sind bei Fragen nicht immer verfügbar.

Aus diesem Grund hat der Kommunale Seniorenservice Hannover (KSH) den ehrenamtlichen Dienst der Medien- und Techniklots*innen Hannover, abgekürzt MuTH, ins Leben gerufen. Knapp 30 Ehrenamtliche helfen Menschen ab 60 Jahren beim Eintritt in die digitale Welt. Sie unterstützen beim Kauf von Geräten, beim Umgang mit z. B. Smartphone und Tablet und sind bei der Behebung von Softwareproblemen oder bei Fragen zur Stelle. Außerhalb der Pandemie helfen die MuTH mit geduldigen und verständlichen Erklärungen bei Einzelterminen zu Hause, in offenen Techniksprechstunden im Quartier, oder in Alten- und Pflegeheimen. Ergänzend werden Kurse für Computer, Tablet und Smartphone angeboten. Derzeit sind die Medien- und Techniklots*innen ausschließlich per Telefon im Einsatz, um hilfesuchenden Senior*innen auf diesem Weg bei Fragen und Problemen zu unterstützen. Dazu genügt ein Anruf im KSH unter 0511 168-42345.

Smarte Musterwohnung

Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben, nach Möglichkeit bis ins hohe Alter. Um das mit technischen und baulichen Mitteln zu unterstützen, wurde auf Initiative des Wohnungsunternehmens Gundlach und des Fachbereichs Senioren der Landeshauptstadt Hannover eine smarte Musterwohnung realisiert. Hier können technische Assistenzsysteme und Smart-Home-Produkte erlebt und getestet werden.

In der 34 Quadratmeter großen Musterwohnung finden sich rund 70 technische und bauliche Einzelanpassungen. Alle Lösungen sind sowohl im Eigenheim als auch in Geschosswohnungen je nach Bedarf nachrüstbar. Dazu gehören beispielsweise beleuchtete Sockelleisten, die nachts automatisch den Weg ins Bad beleuchten, Smart-Home-Elemente wie vernetzte Rauchwarnmelder oder die elektrische Zutrittskontrolle mit einem digitalen Türspion. Weiterhin kann eine nachrüstbare, automatische Herdabschaltung die Überhitzung des Herdes vermeiden. Komfortabel kann über ein Tablet die Heizung reguliert, Licht geschaltet und mit einer externen Blutdruckmanschette die Blutdruckwerte kontrolliert werden. Neben den technischen Assistenzsystemen sind nützliche bauliche Aspekte berücksichtigt worden. So gibt es neben der ebenerdigen Dusche auch eine unterfahrbare Komfort-Küche oder kontrastreiche Lichtschalter für Menschen mit Seheinschränkungen.

Weitere Informationen zur Musterwohnung finden Sie unter:
https://www.seniorenberatung-hannover.de/aktuelles/smarte-musterwohnung-hannover

Für alle, die mal reinschauen möchten: Es gibt auch einen virtuellen Rundgang durch die Musterwohnung: https://www.seniorenberatung-hannover.de/media/360grad-gundlach/