S.Wolf
Ältere Dame im Sessel sitzend beim Online-Shopping, Laptop auf dem Schoß und Kreditkarte in der Hand.
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Shutterstock | Ollyy

Seit einigen Jahren durchzieht die Digitalisierung immer mehr Bereiche des täglichen Lebens. Davon bleibt auch der Finanzsektor nicht verschont. In den Medien begegnet man zunehmend Begriffen wie „Robo-Advice“ oder „Telematik.“ Was hat es damit auf sich? Ist das bloß Teufelszeug oder hat es Sinn, sich mit diesen neuartigen Erscheinungen zu beschäftigen? Bei einem Digitalen Stammtisch klärten Vertreter der BaFin über solche Fragen auf. Die Präsentation mit Hintergrundinformationen zur Veranstaltung können Sie auf der Internetseite der BaFin abrufen.

Digitalisierung im Finanzwesen: Wo werde ich damit konfrontiert und welche Chancen und Risiken gehen damit einher?

Die Digitalisierung bietet den Verbrauchern in vielen Fällen die Möglichkeit, Dienstleistungen kundenfreundlich und schnell in Anspruch zu nehmen. Ein Beispiel ist das Onlinebanking: Heute kann man eine Überweisung bequem von zu Hause aus in Auftrag geben. Der Gang in die nächste Bankfiliale ist nicht mehr nötig. Man ist auch nicht mehr auf die Öffnungszeiten der Bank angewiesen. Finanzprodukte können jederzeit und von jedem Ort aus erworben oder verkauft werden. Auch tummeln sich mehr Anbieter auf dem Markt. Verbrauchern steht dadurch ein breiteres Angebot zur Verfügung, so dass sie die Möglichkeit haben, kostengünstigere oder passendere Produkte zu erwerben.

Welche Risiken bestehen?

Die Digitalisierung führt auch im Finanzsektor zu einer zunehmenden Schnelllebigkeit. Das zeigt sich auch daran, dass neue Anbieter, die heute mit innovativen Angeboten an den Markt gehen, morgen vielleicht schon nicht mehr existieren. Das sollte man im Blick behalten.
Ein wichtiges Stichwort ist auch der „Datenschutz“: Verbraucher sollten stets abwägen, welche Daten sie online zur Verfügung stellen möchten und ob der individuelle Nutzen eines Produkts die Preisgabe persönlicher Daten rechtfertigt. Hier gilt der Grundsatz „Das Internet vergisst nicht.“ Um einem möglichen Datenmissbrauch entgegenzuwirken, ist der Verbraucher auch selbst gefragt und sollte sparsam mit seinen Daten umgehen. Denn nur Daten, die er zur Verfügung gestellt hat, können Hackern in die Hände fallen und missbraucht werden. Hinzu kommt: Der Verbraucher ist davon abhängig, dass die IT des Dienstleisters funktioniert. Kommt es bei dem zu Systemkomplikationen oder Ausfällen, geht häufig erst einmal nichts mehr. Dies gilt unabhängig davon, ob der Verbraucher zum Beispiel das Onlinebanking seiner Bank nutzt oder nicht. Wenn die IT der Bank versagt, können Überweisungen möglicherweise nicht mehr ausgeführt und Gutschriften nicht eingelöst werden. 

Apropos Onlinebanking – Da hat sich doch neulich was geändert, oder?

Der 14.09.2019 war für Bankkunden kein Tag wie jeder andere. Seitdem muss die Kundenauthentifizierung beim Onlinebanking und beim Bezahlen im Internet „stark“ sein. Der Verbraucher muss nun zwei Authentifizierungselemente verwenden, wenn er online zahlen möchte. Diese Elemente müssen aus zwei der drei Kategorien Wissen, Besitz und Inhärenz stammen. Was sich im Einzelnen geändert hat, können Sie auf der Internetseite der BaFin nachlesen.

Beispiel Alternative Bezahlverfahren: Was ist das? Worauf muss ich achten?

Neben klassischen Bezahlverfahren wie Barzahlung, Überweisung, Lastschrift oder Kreditkartenzahlung etablieren sich zunehmend alternative Bezahlverfahren. Dazu zählen Onlinedienste, die eine Überweisung vom eigenen Konto auslösen (Zahlungsauslösedienste) oder digitale Geldbörsen (E-Wallets), die nach Aufladung oder Hinterlegung einer Zahlungsquelle bei einem Anbieter im Internet zur Bezahlung bei Online-Händlern genutzt werden können. Außerdem setzen sich innovative Bezahlmethoden auch immer mehr im stationären Handel durch, beispielsweise die kontaktlose Bezahlung an der Ladentheke über einen Funk-Chip in der Bankkarte oder dem Smartphone. Online und im stationären Handel sind verschiedene IT-Risiken zu beachten. Auch bei hohen Sicherheitsstandards kann nicht vollkommen ausgeschlossen werden, dass persönliche Daten und Kontoinformationen gestohlen und anschließend missbräuchlich verwendet werden. Kunden sollten daher stets darauf achten, dass Transaktionen nur über gesicherte Internetverbindungen (verschlüsselte Datenübertragung über https) erfolgen. Bewahren Sie außerdem Ihre Bankkarten an einem geschützten Ort auf und schützen Sie Ihr Smartphone mit einem Passwort. Last but not least: Kontrollieren Sie regelmäßig die Umsätze auf Konten und Karten, um unberechtigte Transaktionen möglichst frühzeitig zu bemerken. Wenn Sie dieses Thema besonders interessiert, können Sie Einzelheiten hierzu auf der Internetseite der BaFin nachlesen.

Text:
Mira Strohe und Thomas Müller, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Abteilung Verbraucherschutz