D.Lehmann
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Microsiervos [CC BY 2.0], via Flickr

Die sogenannte „Nigeria-Masche“, bei der sich Betrüger als nigerianischer Prinz ausgeben und den Opfern per E-Mail Millionensummen aus einer Erbschaft versprechen, wenn sie denn im Gegenzug Zugang zu einem Bankkonto gewähren oder bestimmte Gebühren übernehmen, ist eine der ältesten und bekanntesten Betrugsformen bei der digitalen Kommunikation.

Auch der Enkeltrick hat es zu einer zweifelhaften Berühmtheit gebracht: Die Täterinnen und Täter rufen ältere Mitmenschen an und täuschen vor, ein Verwandter oder zumindest ein guter Bekannter zu sein. In der Folge sprechen sie eine finanzielle Notlage an, beispielsweise nach einem angeblichen Autounfall, einer kostspieligen Operation oder einem Wasserschaden in der Wohnung. Das Opfer wird nun gebeten auszuhelfen. Kommt es der Bitte nicht sofort nach, erhöhen die Betrüger:innen den psychologischen Druck mit wiederholten Anrufen und immer eindringlicheren Appellen – bis schließlich doch die Überweisung oder Übergabe erfolgt.

Handy angeblich verloren - schnelle Rückzahlung versprochen

Bei einer neuen Variante des Enkeltricks setzen die Täter:innen nun gezielt den Messenger WhatsApp ein, warnt das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen: Wieder geben sie sich als Verwandte und Bekannte aus und melden sich beispielsweise mit Sätzen wie „Hallo Oma, ich habe eine neue Telefonnummer!“. Die Kontaktaufnahme werde damit begründet, dass das Handy verloren wurde. Reagiert das Opfer auf die Nachricht, folgen kurz darauf wie bei der klassischen Variante Geschichten von offenen Rechnungen oder anderen hohen Geldbeträgen, die zu begleichen seien, was aus bestimmten Gründen aber nicht möglich sei. Auch hier ergeht die Bitte an das Opfer, doch bitte auszuhelfen, oft mit dem Versprechen, dass das Geld nach wenigen Tagen zurückgezahlt werde, wenn beispielsweise der Zugang zum Online-Banking wieder funktioniere.

Die Polizei rät, fremde Nummern niemals sofort als Kontakte einzuspeichern und nicht auf Geldforderungen zu reagieren. Zunächst sollte über bekannte Kommunikationswege getestet werden, ob tatsächlich ein Nummernwechsel erfolgt ist. Sollte man bereits Opfer eines solchen Betrugs geworden sein, empfiehlt es sich immer Strafanzeige zu erstatten. Schnellstmöglich sollte das eigene Geldinstitut informiert werden, um Zahlungen anzuhalten oder rückgängig zu machen.

Aktuelle Trends, Gefahren und Prävention im Bereich Internetkriminalität finden Sie immer auf der Seite des LKA Niedersachsen: https://www.polizei-praevention.de/