D.Lehmann
Stadt mit Datenwolke
Quelle
Pixabay.com (Tumisu)

Mit dem „Smart Home“, dem intelligenten Zuhause, können die meisten Menschen dank fernsteuerbarer Heizungen, programmierbarer Lichtquellen und Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Co. mittlerweile etwas anfangen. Doch was, wenn nicht nur die eigenen vier Wände, sondern gleich eine ganze Stadt mit Hilfe von Technologien besser im Sinne von lebenswerter wird?

Was ist eine „Smart City“?

Für eine sogenannte „Smart City“ gibt es keine einheitliche Definition. Im Wesen beschreibt der Begriff sämtliche Konzepte und Strategien, die mit dem gezielten Einsatz von digitalen Schnittstellen die Effizienz und Nachhaltigkeit von Städten fördern sollen. Voraussetzung dafür ist eine technologische Infrastruktur bestehend aus miteinander vernetzten Sensoren, die Daten erheben. Diese Daten werden in der Folge analysiert und je nach Prozess ausgewertet. Das kann nahezu jeden Bereich betreffen: Angefangen beim Öffentlichen Nahverkehr über Stadtplanung bis hin zur Kommunikation. Dazu hat die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg einen Erklär-Beitrag bereitgestellt.

Intelligente Parkplätze und Mülleimer

Konkrete Anwendungsfälle sind zum Beispiel intelligente Parklösungen: Mittels besagter Sensoren wird erfasst, welche Plätze belegt sind und welche genutzt werden können. Diese Information können Nutzer:innen dann etwa über eine App in Echtzeit abrufen und sparen sich die zeit- und spritintensive Suche nach einer Lücke. Bereits 2016 machte ein finnisches Unternehmen von sich reden, das Mülleimer mit Füllstandssensoren vorstellte. In Rotterdam (Niederlande) setzt man seither auf das System. Deshalb haben die Mitarbeiter:innen der Stadtreinigung nun ein Tablet im Müllwagen dabei, das die beste Route zu vollen oder bald vollen Behältern anzeigt.

Datenschutz und Privatsphäre nicht vergessen

Ideen wie diese zeigen, wo die Digitalisierung überall nützlich sein kann. Nichtsdestotrotz darf nicht vergessen werden, welche Verantwortung gleichzeitig daraus erwächst. Viele Daten können in den falschen Händen enormen Schaden anrichten. Daher hat der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung eine Digitalcharta verfasst, die als Grundlage für die Städte der Zukunft dienen soll. So ist die Würde des Menschen auch im digitalen Raum unantastbar. Das Recht auf Datenschutz und Privatsphäre soll nicht durch die neuen Möglichkeiten ausgehebelt werden. Zudem bleibt die Chancengleichheit für alle ein wichtiger Punkt: Weniger digitalaffine Menschen dürfen nicht ausgeschlossen werden. Hier geht es zur Digitalcharta: Link

Smart City Index: Hamburg thront vor München und Köln

Wie ist es nun aktuell um "Smart Cities" in Deutschland bestellt? Im jährlichen Ranking des Digitalverbands Bitkom werden die deutschen Großstädte ab 100.000 Einwohnern in fünf Themenbereichen bewertet: Verwaltung, Energie und Umwelt, IT und Kommunikation, Mobilität und Gesellschaft. 2020 setzte sich Hamburg mit deutlichem Abstand vor München und Köln die Krone auf. Die Hansestadt konnte vor allem in den Bereichen Mobilität und Gesellschaft punkten, beispielsweise mit einem umfangreichen Bürgerportal und einer Teststrecke für intelligente Ampelsysteme. Hier geht es zum Digitalranking: Link


Diese Projekte und Ideen gibt es schon

Das Projekt UrbanLife+ zielt darauf ab, die Selbstbestimmung und Teilhabe von Seniorinnen und Senioren im öffentlichen Raum zu verbessern. Zu den adressierten Lösungen zählen zum Beispiel Straßenlampen, die ihre Helligkeit dem Sehvermögen der Passanten anpassen, Gehwege, die Fußgänger mit Handicap sicher an Gefahrenstellen vorbei leiten, oder Systeme, die ihre Benutzer bei Schwäche- oder Schwindelanfällen zur nächsten freien Sitzmöglichkeit führen. Hier geht es zur Projektseite: Link

Auf der Plattform „Stimmen auf Knopfdruck“ kann man seine „Stimme“ in Form eines „Audiofiles“ bequem von zuhause abgeben und somit mitbestimmen, wie das neue Rathaus in Berlin-Mitte aussehen soll. Hier geht es zur Plattform: Link

Auf der Seite The Agility Effect wird folgende Anwendung vorgestellt: „Im Mobilitätsbereich gibt es Streetco, die erste GPS-App für alle Fußgänger, auch mit körperlichen Einschränkungen. Die Nutzer können die Community in Echtzeit und von unterwegs über Hindernisse und behindertengerechte Wege informieren.“ Hier geht es zur App-Webseite: Link