S.Wolf

Ob „Cyber Seniors“ aus Berlin, Lerntandems aus Herrenberg oder Techniklotsen aus Hannover: Der Goldene Internetpreis zeichnet seit über fünf Jahren (2012) Menschen, Initiativen und seit  2017 auch Kommunen aus, die ältere Menschen beim sicheren Einstieg und Verwendung der Onlinewelt unterstützen. Im Jahr der Nachhaltigkeit – 2018 – wurden die Preisträger des vergangenen Jahres darin aktiv begleitet und vielfältig unterstützt, ihre Engagements weiterzuentwickeln: durch individuelle Beratung, durch das Programmieren einer Website, durch Einladungen zu Veranstaltungen oder durch professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Ein Jahr nach der Preisverleihung galt es am 29. November 2018 in Berlin, einen gemeinsamen Blick darauf zu werfen, wie sich die Projekte weiterentwickelt haben. Die Preisträger konnten sich mit weiteren Engagierten aus der Seniorenarbeit austauschen und somit ihr Netzwerk stärken. Bereits beim gemeinsamen Mittagimbiss tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die unter anderem aus Regensburg, Hamburg, dem Oberen Fuldatal oder Neu-Schloen an der Müritz angereist waren, rege untereinander aus.

Die Veranstaltung startete mit einer Begrüßung durch Irina Herz von der gastgebenden GESOBAU AG sowie Joachim Schulte von Deutschland sicher im Netz e.V. Im Anschluss folgt ein Kurzvortrag von Dr. Marco Herrmann, Oberregierungsrat im Bundesinnenministerium, unter dem Titel „Sicher und selbstbestimmt im Netz – Vorbilder prägen“. Außerdem tauschten sich einige Partner und Preisträger in einer Podiumsdiskussion darüber aus, wie man die eigenen Ideen und Angebote gut in der Öffentlichkeit präsentiert. Beim Wunsch für die Zukunft,  waren sich alle einig: Wir wünschen uns viele neugierige und wissbegierige ältere Menschen, die sich souverän im Internet bewegen.

Am Nachmittag ging es in zwei Workshops dann um die Fragen, die den Preisträgern besonders unter den Nägeln brennen: das erfolgreiche Einwerben von Finanzmitteln und das Gewinnen neuer Ehrenamtlichen.

Der Fundraising-Experte Daniel Pichert stellte die drei wichtigsten Möglichkeiten für Engagierte vor, um finanzielle Unterstützung zu erhalten: Spenden durch Privatpersonen, Sponsoring durch Unternehmen und Fördermittel durch (staatliche) Organisationen. Besonders beim Aufruf zu Spenden riet er dazu, Geschichten zu erzählen, die Menschen berühren. Erfolg würde sich vor allem dann schnell einstellen, wenn es sich um so genannte Wohlfühlthemen handelt. Zum Einstieg reiche auch oft erst einmal ein Aufruf per E-Mail an den Bekanntenkreis aus, um loslegen zu können.

Jürgen Grenz von der Stiftung Gute-Tat gab Anregungen, wie die Preisträger neue Ehrenamtliche gewinnen, motivieren und halten können. Dabei helfe es unter anderem, verschiede Zeiträume für Ehrenamtliche anzubieten, so dass sich z.B. Berufstätige am Wochenende engagieren können. Wichtig sei es auch, unverbindlichere Einsätze von Freiwilligen zu ermöglichen, also dass Ehrenamtliche z.B. einmalig offene digitale Sprechstunden anbieten statt einen mehrwöchigen Computerkurs zu leiten.

Charmant und gutgelaunt führte Dagmar Hirche von Wege aus der Einsamkeit e.V. durch die Veranstaltung.

Der Goldene Internetpreis wird gemeinsam von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen und Deutschland sicher im Netz e.V. ausgelobt und von der Deutsche Telekom, Google Deutschland, SAP Deutschland und Wege aus der Einsamkeit e.V. unterstützt. Die Schirmherrschaft hat das Bundesinnenministerium des Inneren, für Bau und Heimat übernommen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb: www.goldener-internetpreis.de

 

Foto: Thomas Rafalzyk