D.Lehmann
No Hate Plakat bei einer Veranstaltung
Quelle
Stefan Rüegger/SAJV via Flickr.com (CC BY 2.0)

Was ist „Hate Speech“?

Beleidigungen, Diskriminierungen, Hetze und Aufrufe zu Hass und Gewalt gegen Menschen und Menschengruppen: Die Formen von „Hate Speech“, also Hassrede im Netz, können vielfältig sein. Eine eindeutige Definition gibt es dafür noch nicht. Oft sind es jedoch rassistische, antisemitische oder sexistische Äußerungen, die „sowohl strafbare als auch nicht strafbare Ausdrucksweisen“ einschließen.

Welche Folgen hat Hass im Netz?

Klar ist, dass damit die Spannungen auch in der digitalen Welt zunehmen und so der Zusammenhalt in Staat und Gesellschaft gefährdet wird. „Hass im Netz schüchtert ein, schürt Angst und bedroht die Meinungsvielfalt im Netz. Doch wenn die Grenzen des Sagbaren von Trollen und Hatern bestimmt werden, bricht der öffentliche Diskurs als Grundlage der Demokratie zusammen“, heißt es im Bundesländer-Ranking des Vereins Campact, der für seine politischen Online-Kampagnen bekannt ist. In der ersten bundesweiten Vergleichsstudie wurde festgehalten, was die einzelnen Länder tatsächlich für die Bekämpfung von „Hate Speech“ im Internet tun: Hier geht’s zur Liste.

Für Einzelne ist Hass im Netz eine Form psychischer Gewalt, die unter anderem zu Depressionen oder Schlafstörungen führen kann. Mittlerweile werden auch immer häufiger Suizide mit „Hate Speech“ in Verbindung gebracht.

Wie groß ist das Problem bereits?

Eine repräsentative Bevölkerungsumfrage der Forschungsgruppe g/d/p aus dem letzten Jahr zeigte auf, dass 18% aller Befragten schon einmal selbst von Hassreden im Internet betroffen waren. Hier geht’s zur Pressemledung: Link. Auffällig dabei ist, wie der Anteil der Betroffenen zunimmt, je jünger die Befragten sind. Insbesondere Menschen zwischen 18 und 24 haben solche Erfahrungen bereits machen müssen. Geht es um die Wahrnehmung von Aggressivität im Internet, sagen 79% der befragten Personen, dass Kommentare im Netz in den letzten fünf Jahren aggressiver geworden sind. Aus Sorge vor Hassreden wird deshalb in eigenen Beiträgen zunehmend vorsichtiger formuliert oder gleich gänzlich darauf verzichtet sich selbst online zu äußern.

Welche Initiativen engagieren sich?

Mittlerweile haben sich einige Bewegungen, Stiftungen und andere Einrichtungen auf die Fahnen geschrieben gegen Hetze im Internet vorzugehen. Übersichten mit Suchfunktionen (zum Beispiel sortiert nach Kategorien und Themen) findet man beispielsweise unter Das Nettz (hier geht’s zur Seite: Link). Auch Unternehmen wie unter anderem die Telekom positionieren sich klar (zur Kampagne #DABEI – Gegen Hass im Netz geht’s hier: Link).

Was kann ich tun, wenn mir „Hate Speech“ begegnet?

Strafrechtlich relevante Inhalte melden. Seitenbetreiber*innen informieren. Werte verteidigen und andere darauf aufmerksam machen. Eine nützliche Anleitung dazu mit allen wichtigen Verweisen finden Sie hier: Link