S.Wolf
Screenshot der Online Fragestunde mit Prof. Kelber

Seit vielen Wochen wird in ganz Deutschland über die Corona-Warn-App diskutiert, die bei der Verfolgung der Infektionsketten durch das Coronavirus helfen soll.  Ab dem 16. Juni wird sie nun über den Google Playstore und den App Store von Apple zur Verfügung stehen.

Von der ersten Installation der App bis hin zu Datenschutz und Datensicherheit sind für viele Menschen längst noch nicht alle Fragen zur Corona-Warn-App geklärt. Daher organisierte der Digital-Kompass am 10. Juni eine digitale Fragestunde mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die InformationsfreiheitProf. Ulrich Kelber, und Michael Kolain, iRights.Lab.

Nach einer Einführung durch Michael Littger, Deutschland sicher im Netz, ging Ulrich Kelber zunächst auf die zwei für ihn wichtigsten Fragen ein: Ist eine App, die personenbezogene Daten speichert, nötig und ist diese Maßnahme überhaupt geeignet?

Die Empfehlung des Bundesdatenschutzbeauftragten ist klar und unmissverständlich:

Die Corona-Warn-App könne dabei helfen, Infektionsketten zu erkennen und zu durchbrechen und dies weitaus schneller als es dem Gesundheitsamt mit händischer Nachverfolgung und Kontaktaufnahme möglich sei. Es handele sich zwar um kein Wundermittel, trage aber neben vielen anderen Schutzmaßnahmen auf freiwilliger Basis und mittels pseudonymisierter Daten dazu bei, die Corona-Pandemie einzudämmen. Für Kelber heißt das Nutzen der App auch, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und dabei mitzuhelfen, andere Menschen zu schützen.

Die rund 70 Teilnehmenden, darunter viele Vertreterinnen und Vertreter von Digital-Kompass Standorten, schauten per Videokonferenz bzw. per Live-Übertragung bei YouTube zu und stellten per Chat vielfältige Fragen, unter anderem:

Wie, wo und welche Daten werden gespeichert? Wie werden Falschmeldungen verhindert? Können Dritte die Daten einsehen und verwerten? Ist die App europaweit nutzbar?

Während Ulrich Kleber auf mehrere Punkte im Gespräch einging, beantwortete Michael Kolain weitere Fragen im Chat. Einen Videomitschnitt der Veranstaltung finden Sie  auf dem YouTube-Kanal von Deutschland sicher im Netz oder direkt bei uns.

Die „Corona-Warn-App braucht persönliche Aufklärung“, erläuterte Ulrich Kelber zum Abschluss der Gesprächsrunde. „Maximale Akzeptanz der Corona-Warn-App erfordert persönliche Gespräche mit Menschen, die die App nutzen und denen ich vertraue. Das kann keine Informationskampagne ersetzen. Deshalb freue ich mich über die Initiative des Digital-Kompass und seiner bald 100 Standorte von Deutschland sicher im Netz und BAGSO. Davon brauchen wir mehr.“

Auch Dr. Michael Littger, Deutschland sicher im Netz, unterstrich die Bedeutsamkeit des persönlichen Austausches – miteinander und mit Expertinnen und Experten. So sind beim Digital-Kompass unter anderem digitale Stammtische und Sprechstunden geplant. Außerdem werden verschiedene Informationsmaterialien erarbeitet.

Weitere Informationen und Empfehlungen im Umgang mit der Corona-Warn-App finden Sie im täglich aktualisierten Blog von Deutschland sicher im Netz.