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Bei Anruf Schreck: Was sind Alarmanrufe?

Dass Kriminelle versuchen, über das Telefon an Geld zu kommen, ist nichts Neues. Der sogenannte Enkeltrick wird bereits seit den 1990er-Jahren beschrieben und seitdem vor ihm gewarnt. Doch in den letzten Jahren haben sich sowohl die Professionalität der Täter als auch die technischen Möglichkeiten so stark verändert, dass immer mehr Menschen Opfer dieser Betrugsmasche werden.
Die Methode, die diese neue Professionalität besonders deutlich macht, ist der sogenannte Alarmanruf. Dabei klingelt das Telefon, und am anderen Ende ist angeblich das eigene Kind oder Enkelkind, das unter Schock von einem schweren Autounfall berichtet. Es habe dabei, so die Behauptung, eine andere Person getötet. Dann wird das Gespräch an eine vermeintliche Polizeibeamtin oder einen Polizisten weitergegeben. Diese Person erklärt, dass eine Freilassung nur gegen Zahlung einer hohen Kaution möglich sei und dass jemand zur Abholung dieser Kaution vorbeikommen werde. Ziel des Anrufs ist es, bei der angerufenen Person Angst und Sorge auszulösen, sodass keine Zeit zum Nachdenken bleibt.
Wie so ein Anruf abläuft und welche Strukturen dahinterstecken, zeigt die sehenswerte BR-Dokumentation „Die Fahndung – Kommissarin gegen Millionenbetrüger“.
Neu ist auch, dass es inzwischen Hinweise gibt, dass Betrüger mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Stimmen von Angehörigen täuschend echt nachahmen können. Wie so etwas funktioniert, erklärt die kurze NDR-Dokumentation „Dreister Enkeltrick mit KI: Betrüger nutzen Audio-Deepfakes“.
Hilfreiche Tipps:
Dennoch gibt es gibt einige Möglichkeiten, sich zu schützen:
- Rückruf über verlässliche Quellen: Auch wenn der erste Schock groß ist, fragen Sie, bei welcher Polizeiwache die angebliche Angehörige oder der Angehörige sein soll. Beenden Sie das Gespräch und rufen Sie dann selbstständig bei dieser Polizeiwache an. Wenn Sie sich mit dem Internet auskennen, suchen Sie nach „Polizeiwache + Stadtname“ und rufen Sie die dort angegebene Telefonnummer an. Wenn das für Sie nicht möglich ist oder Sie zu aufgeregt sind, wählen Sie die 110. Die Polizei kann Sie von dort aus weitervermitteln.
- Geheimwort vereinbaren: Verabreden Sie mit Ihren Kindern oder Enkelkindern ein persönliches Codewort oder einen Satz, der bei einem Anruf von einer fremden Nummer gesagt werden muss. Wenn dieser Satz nicht genannt wird – legen Sie auf und rufen Sie unter der Ihnen bekannten Nummer zurück.
- Austausch: Ob beim nächsten Digital-Café oder am Geburtstagstisch sprechen Sie mit Freunden, Familie und Vereinsmitgliedern über Ihr Wissen zu dem Thema und Klären Sie auf.