26. Februar 2026

Gut informiert

Leichte Sprache versus Einfache Sprache

Ein Senior liegt auf dem Sofa und liest etwas am Smartphone.
Quelle
Pexels.com | Kampus Production

Verständliche Sprache als Baustein digitaler Teilhabe: ein kurzer Einblick in zwei unterschiedliche Ansätze.

In unserem neuen Projekt „Digital einfach erklärt: Teilhabe für Verbraucherinnen und Verbraucher mit Lern- und Leseschwierigkeiten aktiv und verständlich gestalten“ dreht sich alles um Angebote in Einfacher Sprache. Verständliche Angebote sind entscheidend, damit möglichst viele Menschen digitale Angebote selbstbestimmt nutzen können – besonders Personen, die beim Lesen oder Verstehen komplexer Texte Unterstützung benötigen. 

In diesem Zusammenhang taucht auch häufig der Begriff der Leichten Sprache auf. In diesem Artikel möchten wir Einfache und Leichte Sprache voneinander unterscheiden, die Zielgruppen sowie Regelwerke und Standards erläutern. 

Definitionen 

Einfache Sprache 

Einfache Sprache beschreibt eine Schreibweise, die Informationen so aufbereitet, dass sie ohne großen Aufwand verstanden werden können. Sie setzt auf übersichtliche Satzstrukturen und nutzt Wörter, die im Alltag vertraut sind. Komplizierte Fachausdrücke und unnötig verschachtelte Formulierungen werden bewusst vermieden. Dabei sind längere Sätze durchaus möglich, und auch Nebensätze sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen - sie werden jedoch so gestaltet, dass sie leicht nachvollziehbar bleiben. Trotz dieser Vereinfachungen bleibt die grundlegende Grammatik des Deutschen erhalten und wird in einer gut verständlichen Form eingesetzt.

Leichte Sprache 

Leichte Sprache folgt einem festgelegten Regelwerk und ist besonders für Menschen gedacht, die beim Verstehen von Texten umfassende Unterstützung benötigen. Die Vorgaben legen genau fest, wie Texte gestaltet werden sollen. Dazu gehören sehr kurze Sätze, sehr einfache und bekannte Wörter sowie häufig auch unterstützende Elemente wie Bilder oder Symbole, die den Inhalt zusätzlich erklären.

Zielgruppen

Einfache Sprache

Sie unterstützt Menschen, die beim Lesen oder Verstehen komplexer Texte vor Herausforderungen stehen. Dazu gehören zum Beispiel Personen mit geringer Lesepraxis, Menschen mit funktionalem Analphabetismus sowie Personen, die Deutsch lernen oder über eingeschränkte Sprachkenntnisse verfügen.

Leichte Sprache

Leichte Sprache richtet sich an Menschen, die beim Verstehen von Sprache intensive Unterstützung benötigen, etwa Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen, ausgeprägten Lernschwierigkeiten oder demenziellen Erkrankungen.

Regelwerke und Standards

Einfache Sprache

Seit April 2024 ist Einfache Sprache erstmals verbindlich geregelt: Die neue DIN 8581‑1 legt klare sprachspezifische Anforderungen für deutsche Texte in Einfacher Sprache fest. Zuvor orientierten sich Einrichtungen nur an unterschiedlichen Leitfäden und Empfehlungen - etwa am Leitfaden Einfache Sprache des Bund für Umwelt und Naturschutz

Leichte Sprache

Im Gegensatz zur Einfachen Sprache, die durch obige DIN-Norm geregelt ist, basiert Leichte Sprache bereits länger auf einem klar definierten Regelwerk. Das Netzwerk Leichte Sprache hat dafür zwölf zentrale Regeln entwickelt, die sich auf Satzbau, Wortwahl, Gestaltung und unterstützende Elemente wie Bilder beziehen. Diese Standards werden unter Einbeziehung wissenschaftlicher Forschung weiterentwickelt. 

Weiterführende Informationen 

Auf den folgenden Webseiten finden Sie weiterführende Informationen zu Einfacher und Leichter Sprache – einschließlich anschaulicher Beispiele, die die Unterschiede beider Sprachformen deutlich machen:

Von
N. Bramati